Was ist eine Core Strategy #cosca13

Content Strategy for the WebHeute gibt es den versprochenen Post zum Thema „Core Strategy“. Das berühmte Bild von Kristina Halvorson muss ja nicht mehr großartig erklärt werden.

Wichtig ist hierbei die Frage, was denn die „Core Strategy“ ausmacht.

Auf dem Content Strategy Camp bemerkten Heinz Wittenbrink und ich, dass wir das Thema doch unterschiedlich verstanden hatten.

Ich paraphrasiere mein Verständnis der Core Strategy einmal so:

Eine Core Strategy ist eine Art visionärer Anker, eine Art Leuchttum, der unabhängig von aktuellen Situationen oder Taktiken als eine Art Filter fungiert, der vorgibt, welcher Content wie publiziert wird. Alles, was nicht in diesen Filter passt, bzw. nicht in die Richtung des Leuchturms führt, wird gnadenlos aussortiert.

Das hätte den riesigen Vorteil, dass, ist eine Content Strategie erst einmal entwickelt und implementiert, die Umsetzer dieser Strategie jederzeit das Richtige tun und sich dabei selbst kontrollieren können.

Im Detail schreibt Halvorson in „Content Strategy for the Web“ (meine Übersetzung):

Eine effektive Core Strategy ist

  • Flexibel: Sie widersteht sich verändernden Umweltbedingungen. Sie vereint unterschiedliche Taktiken und Teamzusammenstellungen.
  • Ehrgeizig: Die Organisation muss sich strecken, um das Ideal von sich selbst zu erreichen (es geht nicht um das, was machbar ist).
  • Einprägsam: Sie ist ein leicht zu verstehendes Konzept, das Entscheidungen und Handlungen leitet.
  • Motivierend: Sie ist lohnenswert und irgendwie aufregend – etwas von dem Leute Teil sein wollen.
  • Inklusiv: Sie lässt viel Raum für individuelle und Gruppenbeiträge.

Somit ist eine Core Strategy – entgegen dem Einwand eines Teilnehmers beim Content Strategy Camp – viel mehr als nur ein Ziel. Ziele sollen ja immer SMART sein, also S-pezifisch, M-essbar, A-kzeptiert, R-ealistisch und T-erminierbar. Nach Punkt 2 „Ehrgeizig – im Original: Aspirational“ geht es eben nicht um „R-ealistisch“.

Eine Core Strategy ist somit im besten Sinne eine Vision. Die Definition von Halvorson hat nicht zufällig Ähnlichkeit mit den Anforderungen an eine gute und mitreissende und deshalb funktionierende Unternehmensvision gemäß der „Munich Vision Scale“. Danach muss eine Vision diese Kriterien erfüllen:

  • Kommunikation: Ist die Vision verständlich?
  • Motivation: Begeistert die Vision?
  • Ambition: Spornt die Vision an?
  • Machbarkeit: Glaubt man an ihre Umsetzbarkeit?

Quelle: Coachingzentrum Heidelberg im Artikel „Die Kraft der Vision nutzen„.

Den letzten Punkt darf man nicht mit „R-ealistisch“ verwechseln. Man müsste ergänzen „prinzipielle Umsetzbarkeit“.

Das also ist eine Core Strategy und wie ich bzw. auch Kristina Halvorson sie versteht.

Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare vor allem von Heinz Wittenbrink und Brigitte Alice Radl 😉

Bildnachweis:
(c) Kristina Halvorson

P.S.: Edit 14.06.2013: Das Bild von Halvorson ist wirklich wörtlich zu nehmen: Der Kreis, in dem „Core Strategy“ steht, ist der Kern. Die anderen Teile gruppieren sich darum herum. Missverständnisse könnten daraus entstehen, dass man glaubt das „Core Strategy“ in der Mitte sei ein Label für den gesamten Kreis, welcher dann die „Core Strategy“ ausmacht. Dem ist nicht so.

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