Shopware Episode 5 – Berlin

Magento – erzittere!

Oxid – flehe um Gnade!

Denn ich habe gestern den Shopware Episode 5 Film gesehen und wurde wieder darin bestätigt, was ich an anderer Stelle schon geschrieben habe:

Wovor sich Magento oder andere Hersteller fürchten müssen, ist erst in zweiter Linie die Technologie oder die Feature-Liste dieses Shopsystems. Nein, es ist die Truppe dahinter.

Das wird im Image-Film von Shopware auch ganz klar herausgeschält. Hier ist eine Gruppe von Menschen im Münsterland, die an ihr Produkt glauben, die dafür brennen und gleichzeitig die Lust und die Freiräume haben Dinge auszuprobieren, ein wenig in die Glaskugel zu gucken – wie werden wir das Internet in 10 Jahren nutzen?

Wenn man sich die ersten 10 Minuten des Imagefilms anschaut, bekommt man richtig Lust und will auch bei Shopware arbeiten. Alles nette und sympathische Jungs und Mädels – und das ist im Film auch gar nicht gekünstelt, sondern eine Tatsache.

Es ist ein klarer Schwenk auf KMU erkennbar, was ich im Gegensatz zu Alexander Graf jetzt nicht so ganz überraschend, dafür aber konsequent finde. Viele KMU wollen und können nicht permanent ihre Agentur anrufen, wenn auch nur Kleinigkeiten zu erledigen sind. Die wollen das selber machen und es scheint, als böte Shopware 5 genau das. Ich jedenfalls habe Shopware bislang noch nie als Enterprise-Lösung betrachtet.

Alex Graf streift in seinem Beitrag auf Kassenzone ein Thema, das ich hochspannend finde – nämlich wie sieht der Internetagentur-Markt in 5 oder 10 Jahren aus. Vermutlich wird es die „Full-Service-Agentur“ wie man sie heute noch kennt, gar nicht mehr geben. Technische Innovationen wie etwa „The Grid“ werden die technischen Dienstleistungen der Agenturen weitestgehend obsolet machen (dazu hat sich auch Alain Veuve Gedanken gemacht). Ich für meinen Teil habe noch nie an das Full-Service-Konzept geglaubt. Mir kann keiner erzählen, dass er gleich gut Shoptechnologie, Design, Frontendentwicklung, Marketing, SEO, Conversionoptimierung, Unternehmensstrategie und was weiß ich noch beherrscht.

Shopware hat die Zeichen der Zeit erkannt und versucht sich, was ich sehr begrüßenswert finde, vom klassischen Onlineshopkorsett zu befreien. Dass man „Storytelling“ und „Responsive“ als ein Feature verkauft, finde ich sehr niedlich -aus Marketingsicht natürlich verständlich, weil das gerade irgendwie „hip“ ist und der Kunde das versteht. Aber es ist die Aufgabe des Händlers durch emotionalen und zielgruppengerechten Content seinen Onlineshop attraktiv zu machen – wenn das technisch unterstützt wird, super. Die meisten Onlinehändler werden da aber keine Erfahrung haben, die schaffen das ja nicht einmal ihre „News“ systematisch aktuell und interessant zu halten – genau da kommen dann wieder die „neuen“ Agenturen ins Spiel und können hier echte Hilfestellungen leisten. Genauso beim Thema „Limbic Types“ und „Emotional Commerce“.

Hat jemand bei Shopware schonmal darüber nachgedacht, ins Massenhosting einzusteigen? ePages ist damit sehr erfolgreich und wenn die Tendenz zum „Shopbetreiber kann alles selber machen“ geht, dann wäre das ein konsequenter Schritt.

Das „Shopware Episode 5“ Event hat mich wieder von Shopware überzeugt – und zwar menschlich.

Aber eine Frage habe ich noch: Bekommt man einen Kinosaal günstiger gemietet, wenn man vorab Trailer laufen lässt? Oder ist das so in die Filmvorführungs-Apparatur eingebaut, dass man das gar nicht weg machen kann? Oder diente das dazu noch mehr Kinofeeling aufkommen zu lassen?

Jedenfalls: Coole Veranstaltung – das muss erst einmal jemand nachmachen!

Und hier meine Fotostrecke:

Bildnachweis:
Udo Butschinek, Public Domain, ID-FC

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