Ankündigung: Content-Commerce Summit

Es gibt Daten, die sollte man sich unbedingt vormerken: Am 01., 02., und 03. Juni 2016 findet in Leipzig der – meines Wissens weltweit 1. – Content-Commerce Summit statt.

An drei Tagen gibt es Masterclasses, Sessions und ein Barcamp rund um das Thema „Content und (E-) Commerce“.

Der Ticketverkauf und Vorbestellungen starten in Kürze.

Weitersagen!

Link zur Homepage.

Die 5 Elemente des Storytelling

Elemente des StorytellingWie ich erst kürzlich berichtete, kann gutes Storytelling dafür sorgen, dass man selbst einen ollen Schwamm für 156,00 Tacken verkauft.

Über das Thema Storytelling kann man sich lang und breit unterhalten. Bspw. darüber, dass es einen Unterschied zwischen einer Story und einem Plot gibt. Während die Story lediglich die Abfolge der Ereignisse ist (erst starb die Königin, dann starb der König), gibt der Plot das Warum der Ereignisfolge an (erst starb die Königin, dann starb der König an gebrochenem Herzen). Etwas genauer findet sich das in diesem Artikel.

Damit man aber überhaupt starten kann, ist es notwendig sich darüber Gedanken zu machen, was denn die Elemente des Storytelling sind.

In diesem Zusammenhang stieß ich auf ein kleines Büchlein von Sean D’Souza der auch unter psychotactics.com sehr lesenswerte Artikel zu den Themen Copywriting und einiges mehr schreibt.

In seinem Buch „The Power of Stories – How to turn average stories into cliff-hangers“ beschreibt er 5 Elemente des Storytelling, die ich im Folgenden aufliste.

Element 1: Die Achterbahn

Zwar ist es für eine Story nicht zwingend erforderlich, dass sie Höhen und Tiefen aufweist, doch macht es die Story so deutlich interessanter. Die Höhen und Tiefen ebenso wie die geraden Strecken machen die Achterbahn aus. Man könnte auch sagen: es muss zwischendurch auch einmal etwas passieren. Es muss Kontraste geben.

Ein Beispiel: Ich stand auf und ging in die Küche. Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich anschließend an den Küchentisch und trank eine Tasse.

*Gähn* … wie langweilig. Wenn die Story so weiter geht, wird niemand weiter lesen.

Nun ergänzen wird die Story: … und trank eine Tasse, als ich sah, dass am inneren Tassenrand Spinnenbeine herausrakten.

Oh … jetzt wird es schon interessanter.

Eine Story braucht also Höhen, Tiefen und eine Aneinanderreihung von Fakten (erst dies, dann das).

Element 2: Das 90% Prinzip

Die 90%-Regel besagt, dass der größte Teil der Story dem Leser in irgendeiner From bekannt ist und lediglich 10% vollkommen neu. Dadurch bleibt die Story beim Leser haften.

Element 3: Eine Story aufbauen

„Aufbauen“ bedeutet, dass man in die Story hineingeführt wird. Sie baut dann mehr und mehr Momentum auf (oder auch ab). Das bedeutet nicht, dass man die Story unnötig in die Länge zieht, oder mit zu vielen Details anreichert (obwohl auch das interessant sein kann). Die Story bewegt sich entweder auf einen Höhepunkt zu oder beginnt beim Höhepunkt und flacht dann langsam ab oder kommt ganz zum Ende.

Element 4: Verbinder / Trenner

Stellen wir uns eine Story vor, in der jemand einen anderen in einer wilden Autofahrt verfolgt. Plötzlich finden wir uns in einer Strandszene wieder in der der Verfolger mit einem Longdrink im Sand liegt.

Der zweite Teil der Story wäre ein Trenner. Er trennt den ersten Teil der Story vom zweiten. Wenn allerdings der erste Teil  nicht irgendwann wieder aufgenommen wird, so haben wir es mit einem Bruch in der Story zu tun. Eine Story ist also auch eine Abfolge von Verbindern, Trennern und Wieder-Verbindern.

Es darf also nicht passieren, das ein bestimmtes Thema oder eine Idee erwähnt wird und nie wieder auftaucht.

Element 5: Wann aufhören?

Die Story sollte nicht zu lang sein, da sie sonst den Leser beginnt zu langweilen. Sean D’Souza sagt: „I’d say it should be no longer than two-three paragraphs.“. Da bedeutet nach seiner Definition maximal 150 Wörter. In einem Artikel von 800-1000 Wörtern Länge sollte also der Storyanteil bei diesen besagten 150 Wörtern sein.

Mein letzter Tipp:
Wenn Sie übrigens von einem echten Experten etwas über Storytelling erfahren wollen, dann fragen Sie mal Stephen King.

Bildnachweis:
flickr.com, umjanedoan, Creative Commons: BY

Veranstaltungstipp: Update Konferenz 2015

Am 24.11.2015 findet in Hannover die „Update Konferenz“ statt.

Die Konferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto „Content is King“. Die Pressemeldung des Veranstalters weiß dazu:

Wer seine Produkte und Dienstleistungen erfolgreich vermarkten möchte, kommt heute weder
um fundierte Online-Strategien und gute Inhalte noch um die Nutzung von Social Media herum.
Einen Tag lang vermitteln anerkannte Experten aus ganz Deutschland in Vorträgen und
Workshops aktuelles Wissen zu diesen Themen

Die einzelnen Vorträge und Workshops lesen sich auf jeden Fall ganz interessant.

Leser von content-driven-ecommerce.de erhalten mit dem Code „Promo2015“ ermäßigte Tickets für 59,00 EUR!

Jetzt Ticket sichern.

Veranstaltet wird die Konferenz von der Pixelcreation GmbH.

Suchmaschinen: 2 Google Alternativen

Wann immer es um Suchmaschinenoptimierung geht, meint man – zumindest im deutschen Sprachraum – Google. Es geht also eigentlich immer um Googleoptimierung (GO).

SEO – früher und heute

Wer erinnert sich noch an Suchmaschinen wie „Lycos“ oder „Altavista“? Suchmaschinenoptimierung hieß früher wirklich für mehrere Suchmaschinen zu optimieren und das Ranking konnte in diesen auch tatsächlich stark abweichen. Die Ergebnisse der Suchanfragen ließ allerdings häufig zu wünschen übrig.

Dass Google eine solche Vormachtstellung erringen konnte liegt schlicht daran, dass die Ergebnisse von Google bereits in der Startphase dieser Suchmaschine überragend gut und weitestgehend frei von Spam waren.

Modernes SEO kümmert sich deswegen heute primär um Google. Die anderen Suchmaschinen wie Bing werden im Prinzip ignoriert.

Nun könnte man die Sache damit als beendet betrachten, denn eine Suchmaschine für das Auffinden von guten Suchergebnissen reicht ja vollkommen aus, oder?

Nun verhält es sich also so, dass Google nicht nur Ergebnisse liefert, sondern auch die Aktionen einzelner User mittrackt. Und da stellt sich die Frage: Was macht Google eigentlich mit diesen ganzen Daten? Und was machen die mit meinen Daten?

Der frühere Google CEO Eric Schmidt sagte dem Antlantic in 2010:

„Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, worüber du nachdenkst.“

Wem das unheimlich ist und nach Google Alternativen sucht, die tatsächlich auch noch super Ergebnisse liefern, dem kann ich zwei Suchmaschinen empfehlen, die ich in den letzten Wochen getestet habe. Ich habe diese als Standardsuchmaschinen verwendet. Die Dinger sind so gut, dass ich sogar vergessen habe wieder umzustellen und seit dem nur noch diese verwende. Ich nutze zu Zeit also gar kein Google mehr.

Google Alternativen 1: duckduckgo.com

Google Alternativen

duckduckgo.com ist die erste von 2 Alternativen. Der Slogan ist „Die Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“. Das Versprechen von DuckDuckGo ist dieses:

We don’t track you.

What you search for is your own business and we’d like to keep it that way. That’s why we don’t collect any personal information and therefore, have none to share.

Von 2013 auf 2014 verzeichnete die Suchmaschine eine Vervierfachung der Suchanfragen, wie man diesem sehr langen Artikel mit dem Titel „Inside DuckDuckGo“ entnehmen kann.

Im Augenblick ist DuckDuckGo meine allerliebste Google Alternative.

Google Alternativen 2: ixquick.com

Google AlternativenWie man im Screenshot sehe kann, behauptet ixquick die „diskreteste Suchmaschine der Welt“ zu sein. Darunter versteht „ixquick“:

  • Die einzige wirkliche Lösung besteht darin, Ihre Daten rasch zu löschen oder sie von vornherein nicht zu speichern.
  • Seit Januar 2009 speichern wir die IP-Adressen unserer Benutzer nicht mehr.
  • Ihre persönlichen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Für mich sind diese Suchmaschinen echte Alternativen zu Google – vor allem DuckDuckGo unterscheidet sich gefühlt kaum von Google in Bezug auf die Suchergebnisse.

Einen Vorteil hat die Kenntnis alternativer Suchmaschinen übrigens noch: Man findet auch mal interessante Sachen, die bei Google nicht auftauchen. Und umgekehrt natürlich…

Bildnachweis:
Screenshot duckduckgo.com, 23.10.2015
Screenshot ixquick.com, 23.10.2015

 

 

Notieren: ecomhack und Content-Commerce After Work

ecomhack

Am 30. Oktober – 1. November kommen im betahaus Berlin Entwickler und E-Commerce Profis zusammen, um beim 3. ecomhack gemeinsam an visionären E-Commerce Applikationen zu tüfteln.

Neben Networking mit E-Commerce-Gleichgesinnten kann man beimHackathon mit neuester Technologie von Apple Watch bis zu Relayr WunderBars hacken.

Am Sonntag nachmittag entscheidet eine hochkarätige Jury über die besten Projekte und wer Gadgets wie Oculus Rift DK und Parrot Bebop Dronen mit nach Hause nehmen kann.

Mehr Infos und Anmeldung: berlin.ecomhack.io.

Content Commerce After Work

Content trifft Commerce – Einladung zum E-Commerce-After-Work am 30. Oktober in Berlin

Moderne Kunden sind anspruchsvoll, gut vernetzt und bestens informiert. Für Händler und Hersteller ist es daher umso entscheidender, mit einem inspirierenden Einkaufserlebnis die Kunden auf ihre Seite zu ziehen. Ein grundlegender Baustein dafür ist die Verbindung von redaktionellen Inhalten mit Katalog-Elementen.

  • Welche Rolle spielt Content im E-Commerce?
  • Welche Schritte muss man unternehmen, um eine Content-Commerce-Strategie erfolgreich umzusetzen?
  • Wie wählt man den passenden Integrationsansatz?

Das Thema Content Commerce kann man hier in entspannter Runde mit Experten diskutieren. Zu diesen Experten zähle ich übrigens selbst, denn ich habe mich schon direkt dafür registriert und bin sehr, sehr gespannt – vor allem darauf, wen ich treffen werde.


Mehr Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

Programm

16.00 Fingerfood & Networking

16.30 Impulsvortrag Dr. Roman Zenner (ShopTechBlog): Mit Content begeistern – Kundenbindung in Zeiten von Amazon & Co.

17.00 Impulsvortrag Artas Bartas (Contentful): From clicks to experiences: Practical tips on getting started with Content Commerce

17.30 Drinks & Networking

Commercetools bietet zum Thema auch ein Whitepaper an, dass man sich hier herunterladen kann.


E-Commerce Storytelling – oder: Wie man einen ollen Schwamm für 156,00 Tacken vertickt

E-Commerce Storytelling – darüber wird gerne und viel geredet. Selten findet man aber mal ein aktuelles Beispiel in dem das wirklich funktioniert hätte.

In diesem Blog habe ich ja schon verschiedentlich auf die Wirksamkeit von E-Commerce Storytelling verwiesen (bspw. zuletzt hier). Wer bereits vom „Significant Objects Project“ gehört hat, weiß, dass mit der richtigen Story auch alter Ramsch für teuer Geld verkauft werden kann.

Wie man das genau macht, zeigt ein Verkäufer auf Ebay. Der bietet einen gewöhnlichen Haushaltsschwamm an – und verkauft den für ganze 156,00 EUR!

Wie der das gemacht hat? Schauen wir uns die Überschrift an:

Verkaufe Gewissen von Angela Merkel – absolut rein, da kaum verwendet!!!

Dazu hat er ein entsprechendes Produktfoto abgebildet:

E-Commerce StorytellingDann beginnt der Autor mit seiner Story:

Ich fand es in Berlin nahe des Regierungsviertels am Rande der Spree. Ich vermute (sic!) dass Frau Merkel es bei einer Bootstour einfach über Bord warf und es somit hier angespült wurde. Es sah trotz des Wassers und des sandigen Untergrundes von weitem – auf dem (sic!) ersten Blick sozusagen – völlig rein aus. Klar dachte ich, sie hat es eh kaum verwendet.

Die ganze Story kann man auf Ebay nachlesen.

Frage an die Leser (bitte Kommentarfunktion nutzen): Was hat der Käufer hier eigentlich gekauft?

Bildnachweis:
Screenshot ebay.de, 20.10.2015

P.S.: Man muss sich das Ergebnis mal wirklich auf der Zunge zergehen lassen! Der Schwamm hat im Einkauf vielleicht 1,56 EUR gekostet. Er geht aber für das 100fache! (in Worten: Hundertfache!) über den virtuellen Ladentisch!

Der Sieg des Content Commerce?

Wir alle kennen sie: Die klassische Struktur von Onlineshops, bestehend aus Produktkategorien und -unterkategorien, Produktauflistung, Detailansicht sowie Warenkorb und Bestellstrecke.

Bereits seit einigen Jahren mache ich mich für die Aufhebung dieser klassischen Shopstruktur stark und habe auch so meine Theorien, wie der Aufbau der Onlineshops entstand (siehe bspw. „Onlineshops müssen anders werden„). Alle „Out-of-the-box“-Systeme sind noch dieser Struktur verhaftet.

Am Rande des Shopware Community Days 2015 sprach ich mit Cornelia Weiß vom Handelskraft-Blog. Sie wies mich auf den aktuellen Onlineshop von Apple hin und meinte, dass müsste mich doch sehr erfreuen, denn schließlich gehe Apple hier mit gutem Beispiel voran und löst den klassischen Onlineshop auf.

Das war nun an diesem Tag das zweite Mal, dass ich über Apple stolperte.

In seiner Session hatte bereits Stefan Sobczak von Netshops auf den Apple-Shop hingewiesen.

Ist der Apple-Shop tatsächlich ein Vorbote des beginnenden Siegeszuges des Content Commerce?

In einem Artikel auf handelskraft.de schreibt Cornelia Weiß:

Vor wenigen Tagen verabschiedete man sich vom Reiter “Shop” und kehrte damit zur scheinbar klassischen Produktpräsentation zurück. Die Kauffunktion ist nahtlos integriert und selbstverständlich.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Einfachheit, Fokus auf Inhalte und die Produkte. Das Shop-Raster bestimmt nicht die Denke, sondern das, was letztendlich verkauft und Image-seitig transportiert werden soll.

Und in der Tat findet sich im Onlineshop von apple.com kein expliziter „Shop“-Reiter lediglich ein dezenter „Buy“-Button sowie oben rechts ein kleines Einkaufstaschen-Symbol.

Content Commerce bei Apple

(Bildnachweis: Screenshot apple.com vom 09.10.2015)

Einzig das Produkt als solches rückt hier in den Fokus. Was der Text-Link (es ist nicht einmal mehr ein Button). zu bedeuten hat, muss man niemandem mehr erklären.

Gänzlich aufgelöst ist die klassische Shopstruktur hier auch noch nicht, jedoch sehr aufgeweicht – immerhin gibt es noch den Einkaufskorb.

Im Effekt zeigt es aber, dass klassische Onlineshops zukünftig nicht mehr notwendig sind, sondern lediglich nur noch eine Warenkorbfunktion. Somit beginnt die zunehmende Aufweichung der Trennung von CMS und Shopsystemen und das CMS wird führend. Startups wie ShopCo springen genau in diese Lücke. Der ewige K(r)ampf der Shopsystemanbieter irgendwie auch „CMS-Funktionalitäten“ anbieten zu müssen, wäre so hinfällig. In diese Entwicklung passen natürlich auch neuere Systeme wie Spryker oder Commercetools.

Einen ähnlichen Weg geht im Übrigen auch Lindt & Sprüngli. Auch hier gibt das CMS – in diesem Fall TYPO3 – den Ton an. Das Shopsystem selbst stellt im Frontend die Warenkorbfunktion sowie den Checkout zur Verfügung – und das war’s (abgesehen von Preislisten und Wawi-Anbindung). Somit gibt es übrigens tatsächlich auch mal einen deutschen Innovationstreiber.

Ob es sich dabei nun um den Sieg des Content Commerce oder ein erstes Aufleuchten handelt, möge der Leser entscheiden.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, dass Apple heimlich in meinem Blog mitliest.

 

 

 

 

7 Tipps und 3 Beispiele für perfekte Onlineshop Inhalte

Wie man perfekte Onlineshop Inhalte erstellt ist für viele Shopbetreiber noch ein großes Mysterium. Auf dem Shopware Community Day durfte ich eine 25 Minuten Session halten, die den Titel „7 Tipps und 3 Beispiele für pefekte Onlineshop Inhalte“ trug.

Erstaunlicherweise war meine Session komplett voll, einige mussten stehen. Dies veranlasste mich zu der Bemerkung, dass es gleich zu Beginn noch einen 8ten Tipp gibt: Listen funktionieren immer!

Die folgende Präsentation untermalt das Gesagte während der Session. Schauen Sie sich die Präsi einmal an. Danach können Sie weiterlesen.

 

Tipp 1: Lernen Sie Ihren Kunden kennen

Der eine oder andere mag diesen Tipp für trivial halten. Aber ich gehe jede Wette ein: Wenn ich mich mit 10 Shopbetreibern vom Shopware Community Day in einem Raum einschließe und die Frage stelle, wer denn der Kunde ist, dann bekomme ich maximal 1 brauchbare Antwort. Der Rest wird sich in der Dimension von „18-35, weiblich“ bewegen.

Hier kommt der berühmte Unterschied zwischen einer demographischen und einer psychographischen Zielgruppe zum tragen. Die Formulierung „18-35, weiblich“ ist viel zu allgemein, denn nicht alle Damen in dieser Altersriege ticken gleich.

Es muss darum gehen herauszufinden, mit welchen Fragen und akuten Problem sich die Zielgruppe beschäftigt. Ebenso – und vermutlich noch viel wichtiger – ist die Kenntnis über die Entscheidungen und deren Kriterien die im Kaufprozess eine Rolle gespielt haben.

Als Quellen für die Datenerhebung bieten sich zum einen an:

  • Webseiten-Analytics
  • Vertriebler, Helpdesk und andere Personen, die regelmäßig Zielgruppenkontakt haben
  • persönlicher Kontakt

Gerade der letzte Punkte wird meines Erachtens recht selten erwähnt. Nichts kann zu mehr Aha-Erlebnissen führen, als die tatsächliche Kommunikation mit der Zielgruppe. Eine Möglichkeit wäre bspw. seine Top 10 Kunden zu einem Gespräch einzuladen. Oder aber auch diese direkt zu interviewen.

Das Ergebnis Ihrer Bemühungen ist idealerweise eine Persona (oder mehrere Personas – je nachdem). Eine Persona ist eine Art idealisierter Kunde, der möglichst detailgetreu beschrieben wird, um so ein Gefühl für den „echten“ Kunden zu bekommen.

Mir ist aufgefallen, dass zwar recht häufig von Personas gesprochen wird, jedoch so gut wie nie erläutert wird, wie genau man zu einer kommt. In einem der nächsten Blogposts werde ich darauf eingehen.

Tipp 2: Denken und handeln Sie aus Kundensicht

Dieser Tipp ist praktisch schon ein Resultat aus Tipp 1. Wenn Sie wissen, für wen Sie Ihren Onlineshop erstellen, solten alle Ihre Entscheidungen zukünftig aus der Sicht des Kunden gefällt werden. So kommen erzeugen Sie perfekte Onlinehshop Inhalte. „Perfekt“ meint dabei übrigens nicht in irgendeiner Weise „absolut“ perfekt, sondern perfekt für Ihre Personas.

Tipp 3: Erstellen Sie Inhalte für jede Position im Sales-Funnel

Gut, jetzt kann man sich lang und breit darüber unterhalten, ob das Bild des „Funnels“, also des Trichters überhaupt Sinn ergibt. Der Trichter soll ja andeuten, dass etwas nach unten hin weniger wird. In einem Experiment in meiner Küche habe ich einmal einen Liter Wasser durch einen Trichter gegossen. Unten kam immer wieder 1 Liter Wasser an. Egal, wie oft ich das Experiment wiederholt habe. Vermutlich würde ein Sieb ein klareres Bilder ergeben. Aber sei es drum.

Nicht jeder Besucher ist direkt kaufbereit. Unterschiedliche Besucher haben auch unterschiedliche Wissenshintergründe. Das kann sowohl das Thema betreffen, als auch den konkreten Onlineshop.

Somit ist es sinnvoll Inhalte nach verschiedenen Positionen im Verkaufstrichter zu erstellen. Dazu bedarf es zunächst irgendeines Modells, dass mir den Trichter in Abschnitte einteilt – und somit den Kunden zuordnet (verschiedene Modelle habe ich einem Beitrag auf textbroker.de aufgezählt).

Ein beliebtes ist das AIDA-Modell. Das steht für

  • Attention
  • Interest
  • Desire
  • Action

Zu deutsch also: Aufmerksamkeit, Interesse, Wunsch, Handlung (oder neudeutsch „Äktschön“).

Ein Besucher, der zum ersten Mal auf die Seite kommt, ist aufmerksam geworden. Dieser braucht ggf. Hilfestellungen eher allgemeiner Art. Dazu eigenen sich Blogbeiträge ganz hervorragend.

Woran erkennen Sie einen Kaufinteressenten? Daran, dass nach vielen Details gefragt wird. Zu diesen Details gehört auch die Frage nach dem Preis. Ja selbst Einwände aller Art sind im Grunde Kaufsignale. Das bedeutet, dass detailinteressierte Benutzer auf der „Action“-Ebene detailreiche Infos brauchen (etwa technische Datenblätter). Erst hier machen Angebotspreise richtig Sinn.

Mit einer sinnvollen Einteilung des Sales-Trichters können Sie eine Matrix erstellen, in der Sie jeder Position einen Inhaltstypen zuordnen. Wie das aussehen könnte, habe ich im Beitrag auf textbroker.de gezeigt.

Tipp 4: Erzählen Sie Geschichten

Möchten Sie perfekte Onlineshop Inhalte, so kommen Sie um Storytelling nicht herum. Zumindest sollten Sie sich mit dem Thema einmal befassen.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten einen Ramschartikel für das Zwanzigfache des ursprünglichen Wertes verkaufen. Da reibt sich doch der Verkäufer die Hände, oder?

Wie das berühmte „Significant Objects Project“ der Herren Walker und Glenn zeigt, ist so etwas möglich. Diese hatten eine Reihe von Ramschartikeln gekauft und baten bekannte Schriftsteller darum, zu den Artikeln interessante Stories zu erzählen. Mit dieser Methode steigerten Sie den (wahrgenommmenen) Wert eben in jene schwindelerregenden Regionen.

Rainer Neuwirth aus Österreich befasste sich mit Storytelling und seinem Einfluss auf den Verkauf von Waren im E-Commerce in seiner Masterarbeit. Dabei vermied er einige Schwächen des Significant Object Projects (etwa, dass nicht der selbe Artikel mal mit und mal ohne Story verkauft wurde). Auf Ebay Österreich bot er Artikel an, denen ebenfalls eine Story angedichtet wurde. Sein Ergebnis: Eine Verdoppelung der Conversion-Rate.

Wenn Sie wissen möchten, wie etwa perfekte Produktstories aussehen, dann können Sie sich ein beliebiges Produkt von Manufactum nehmen. Die beschreiben selbst einen ordinären Apfelmus wie einen Wein.

Tipp 5: Verwenden Sie einen Redaktionsplan

Gewiss waren Sie schon auf einer Webseite, in der der letzte Blog- oder Newseintrag von vor Urzeiten war. Wie fühlt sich das an? Nicht gut, oder?

Wenn ein Blog plötzlich nicht mehr mit Inhalten gefüllt wird (bzw. gefüllt werden kann) oder Inhalte nicht zeitig erstellt werden, dann kann hier die Einführung eine verbindlichen Redaktionsplans helfen.

In einen Redaktionsplan tragen Sie die Artikel für die nächsten Wochen oder Monate ein inkl. Datum, Uhrzeit und verantwortlichen Redakteur. Sie glauben gar nicht, was für eine Kraft allein das Eintragen eines Termins für die Produktion hat.

Dabei kann man bspw. folgende Systematik verwenden. Angenommen, Sie möchten in Ihrem Blog einen Beitrag pro Woche veröffentlichen:

  • Überlegen Sie sich 12 Themen
  • Formulieren Sie für jedes Thema 4 Titel und tragen Sie diese direkt in den Kalender ein

Auf diese Art und Weise erhalten Sie 48 Titel, also praktisch für jede Woche einen. Sie können das natürlich auch für ein Quartal oder Halbjahr festlegen. Die 12 Themen habe ich übrigens nach der Anzahl der Monate bestimmt. So würden Sie sich – statistisch betrachtet – jeden Monat mit einem Thema beschäftigen.

Tipp 6: Verwalten Sie Inhalte medienneutral

Wir sehen uns einer Situation ausgesetzt, in der Inhalte in unterschiedliche Plattformen und Formate und Endgeräte veröffentlicht werden muss. Und nicht nur das. Es ist auch nicht absehbar, welche Endgeräte oder Anwendungen in Zukunft noch kommen werden. Sicher ist nur: Die Inhalte werden dort irgendwie hin müssen.

Zu leisten ist dies einzig, indem Inhalte medienneutral in einem zentralen Content-Repository verwaltet werden (Stichwort: Single-Source Publishing).

Die Methoden und Tools dafür sind da. Zum Beispiel Contentful.

Tipp 7: Messen und analysieren Sie

Wichtig ist, dass Contentbemühungen auch tatsächlich gemessen und analysiert werden. So lässt sich herausfinden, was funktioniert und was nicht. Der ganze Prozess von der Definition der Personas über die Produktion und die Verwaltung des Contents ist somit als Zyklus angelegt. Das hört niemals auf.

Das mag in Zeiten von Big Data zwar als trivial erscheinen, aber glauben Sie mir: Es gibt genug Webseiten-  und Shopbetreiber, die bis zum heutigen Tage nicht einmal ein Google Analytics haben.

Tipp 7 1/7: Kurz – entwickeln Sie eine Content Strategie

Jetzt habe ich Sie bis hierhin ein wenig an der Nase herumgeführt.

Denn jeder einzelne Tipp ist Bestandteil einer Content Strategie. Zwar könnte man jeden Tipp für sich nehmen und umsetzen.

Richtige Schlagkraft entsteht jedoch, wenn man es systematisch angeht.

Stellt sich die Frage: Was ist Content Strategie?

Das habe ich einem Artikel für die Ecommerce Lounge kurz einmal so gefasst:

Eine Content Strategie ermöglicht es Ihnen auf reproduzierbare Art und Weise zielgruppengerechte und Ihren Unternehmenszielen dienliche Inhalte zu produzieren.

Eine Content Strategie hat drei Dimensionen:

  • eine inhaltliche, also welche Inhalte produziere ich für wen
  • eine organisatorische, also wer ist wofür verantwortlich
  • eine strukturell-technische, also wo werden Inhalte gespeichert und wie gelangen sie in die Ausgabemedien

(siehe dazu auch meinen Beitrag in diesem Blog: „Die 3 Dimensionen der Content Strategie„).

Wie ist denn nun das Verhältnis von Content Strategie und Content Marketing? Content Marketing ist eine Anwendung einer Content Strategie.

Wenn Sie sich das Bild mit der Schnecke in der obigen Präsentation anschauen, dann kann man das so erläutern, wie es die Content Strategin Doris Eichmeier – Mitautorin des Buches „Die Content Revolution im Unternehmen“ – tut (von der auch das Bild stammt):

Die Regenbogen-Schnecke allein, ohne ihr buntes ballförmiges Haus, steht für die Content-Strategie im Unternehmen: Sie ist auf den ersten Blick behäbig und vergleichsweise uninspirierend. Ganz im Gegensatz zu der bunten Kugel mit den Regenbogenfarben, die das Content-Marketing symbolisiert: Sie ist der spektakuläre Blickfang – vor allem dann, wenn die Schnecke sich fortbewegt. Selbst wenn sie nur langsam vorankommt (typisch für Content Strategie), wechseln sich ihre Farben schnell ab. Sowohl die Schnecke als auch der bunte Ball sind aufeinander angewiesen: Würde die Kugel (das Content Marketing) nicht auf der Schnecke (Content-Strategie) sitzen, wäre sie zwar hübsch anzusehen – aber völlig richtungslos. Sie könnte kein einziges Ziel erreichen – es sei denn, aus Zufall. Deshalb ist es so wichtig, keine Content-Marketing-Aktion ohne fundierte Content-Strategie zu starten. Die Schnecke wiederum (die Content-Strategie) wäre ohne die Kugel einfach nur fad, keiner würde sich für sie interessieren.

(aus Eichmeier / Eck: „Die Content Revolution im Unternehmen: Neue Perspektiven durch Content-Marketing und -Strategie„, S. 41).

Beispiel 1: bodybuilding.com

Webseite: www.bodybuilding.com

Warum dieses Beispiel?

Dieser Onlineshop ist ein Musterbeispiel für konsquent zielgruppengerechte Inhalte.

Die ganze Seite erinnert stark an ein Magazin und enthält zu allen möglichen Themenbereichen Inhalte, wie Ernährungspläne, Ernährungstipps (inklusive Nahrungsergänzung), Interviews mit Größen der Szene und ein gigantisches Forum. Und ganz nebenbei werden natürlich auch Nahrungsergänzungen im Shop verkauft.

Wer nach Themen im Bereich Kraftsport / Bodybuilding sucht kommt praktisch nicht an dieser Seite vorbeit.

Was glauben Sie, lohnt sich der Aufwand für die Betreiber?

Beispiel 2: titus.de

Webseite: www.titus.de

Warum dieses Beispiel?

Auch hier haben wir es wieder mit einer konsequenten Zielgruppenausrichtung zu tun.

Hier zeigt sich auch, dass es von Vorteil ist, wenn der Betreiber und alle Mitarbeiter (inklusive aller Mitarbeiter in den Filialen) selbst Teil der Zielgruppe sind. Titus vertreibt Skateboards und Zubehör und alle Mitarbeiter sind ebenfalls Skater. Was könnte glaubwürdiger sein?

Beispiel 3: zentrum-der-gesundheit.de

Webseite: www.zentrum-der-gesundheit.de

Warum dieses Beispiel?

Dieses Beispiel habe ich ausgewählt, weil es gleich zwei Dinge zeigt: Zum einen nämlich, wie man es schafft zu einem Thema in den Suchmaschinen extrem präsent zu sein. Zum anderen zeigt es aber auch die Zweischneidigkeit von zu guten Onlineshop Inhalten.

Wann immer Sie irgendetwas zum Thema „Gesundheit“ suchen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Sie auf „Zentrum der Gesundheit“ landen. Sicherlich ist Ihnen das auch schon passiert. Hier werden in der Tat zu allen möglichen Themen sehr lange und in der Regel auch umfassende Artikel zu Gesundheitsthemen gebracht (hier ein Beispiel). Dem angeschlossen ist ein Onlineshop in denen man die – wie finde unaufdringlich angebotenen – und passenden Produkte direkt kaufen kann. „Zentrum der Gesundheit“ hat zum Teil schon fast den Status eines Informationsportals, so oft habe ich schon Verlinkungen darauf gesehen.

Nun ist diese Seite auch gleichzeitig ein Beispiel dafür, wie zu gut gemachtes Content-Marketing auch negativ zurückwirken kann. In einigen Foren etwa wird darüber sich ausgelassen, dass „Zentrum der Gesundheit“ ja „nur“ der Vermarktung und dem Verkauf diene. Dadurch entsteht bei manchen Besuchern ein „Geschmäckle“, das sie sicherlich vom Kauf in diesem Shop abhalten wird.

Vielleicht haben Sie die Diskussion um die Onlineplattform „curved.de“ verfolgt. Dies ist eine Plattform der Eplus Gruppe, gedacht als  Contentportal zum Thema „Mobile“ (Nutzen für den Besucher) und zur Informationssammlung, um Erkenntnisse über die Zielgruppe zu bekommen (Nutzen für den Betreiber).

Während der „Rock the Blog„-Konferenz gab es eine Podiumsdiskussion zwischen Sascha Pallenberg von Mobile Geeks und Matthias Schrader von Sinner-Schrader (das sind die, die „Curved“ betreiben). Sascha Pallenberg stieß auf, dass Eplus nicht explizit als Betreiber des Portals genannt wird (außer im Impressum). Das Argument von Matthias Schrader war, dass dies die Inhalte diskreditieren würde.

Wie das Beispiel von „Zentrum der Gesundheit“ zeigt, kann dies auch bei expliziter Nennung unter jedem Artikel problematisch sein.

Wenn Sie die ganze Podiumsdiskussion interessiert, können Sie diese hier verfolgen: „Curved, Eplus und warum Geldgeber ungern genannt werden wollen„.

 

 

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