Content Strategie und der „Commander’s Intent“

 

Commander's IntentDie tollste Strategie ist vollkommen wertlos, wenn sie nicht umgesetzt wird. Da verbringen Unternehmen ganze Tage in Strategie-Workshops und am Ende wird davon nichts umgesetzt.

Das gilt auch für Content Strategie. Deshalb ist es so wichtig, was Klaus Eck einmal sagte: Content Strategie ist Chefsache.

Die Frage lautet also: Wie kann die Strategie und die sich daraus ergebenden Maßnahmen im Unternehmen umgesetzt werden?

Beim Militär gibt es eine Vorgehensweise, die sich „Commander’s Intent“ nennt – also die Absicht des Befehlshabers. Diese Vorgehensweise beruht auf der Erkenntnis, dass der beste Schlachtplan die ersten fünf Minuten Feindkontakt nicht überlebt. Es gibt einfach zuviele unbekannte Faktoren, die eine Rolle spielen: Die feindlichen Truppen verhalten sich anders, als man gedacht hat. Das Wetter schlägt um und es regnet, oder es ist zu trocken. Der Feind hat Waffen, die man nicht auf dem Plan hatte. Was auch immer. Wie kann es also gelingen in einer solchen Situation trotzdem eine erfolgreiche Aktion durchzuführen?

Ganz einfach: Indem jeder Teilnehmer nicht alle Details des Schlachtplans kennt, sondern das Ziel dieser Operation. Bspw. ein bestimmtes Gebiet zu räumen oder was auch immer. Diese Absicht muss jedem einzelnen Mitstreiter bekannt sein. Jedem wird also der „Commander’s Intent“, die Absicht der Operation, mitgeteilt und dafür Sorge getragen, dass auch jeder davon Kenntnis hat. In dem Augenblick, in dem also unerwartete Ereignisse eintreten und alles im heillosen Chaos ist, kann der einzelne Akteur spontan Entscheidungen treffen, die dem übergeordneten Ziel dienlich ist.

Folgt man Kristina Halvorson, so beinhaltet eine Content Strategie auch eine „Core Strategy„.

Eine Core Strategy ist eine Art visionärer Anker, eine Art Leuchttum, der unabhängig von aktuellen Situationen oder Taktiken als eine Art Filter fungiert, der vorgibt, welcher Content wie publiziert wird. Alles, was nicht in diesen Filter passt, bzw. nicht in die Richtung des Leuchturms führt, wird gnadenlos aussortiert.

Das hätte den riesigen Vorteil, dass, ist eine Content Strategie erst einmal entwickelt und implementiert, die Umsetzer dieser Strategie jederzeit das Richtige tun und sich dabei selbst kontrollieren können.

Die „Core Strategy“ ist also der „Commander’s Intent“. Allen, die an der Umsetzung der Content Strategie beteiligt sind, muss also diese Core Strategy vermittelt werden. Damit sorgt man also dafür, dass die Strategie zumindest von der groben Richtung her umgesetzt wird, wenn auch nicht in jedem Detail. Vielleicht kommen dann die einen oder anderen beteiligten ja sogar auf die Idee notwendige Prozesse selbst zu implementieren.

Die Umsetzung, Messung und Steuerung der Content Strategie wird übrigens Babak Zand beim Content-Commerce SUMMIT im Juni darlegen. Und dabei spielt auch der „Commander’s Intent“ eine Rolle. Auch, wenn Babak ihn nicht so nennt ….

Bildnachweis:
flickr.com, Defence Images, Creative Commons: BY-NC 2.0

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Please enter your name, email and a comment.