Monthly Archives: März 2015

Schnee von gestern: Warum Product Information Management Systeme für den Arsch sind

Product Information Management„Ohne Product Information Management geht es nicht mehr“ – das sagt Thomas Lucas-Nülle in einem Interview mit acquisa.
Falls Sie nicht wissen, wer das ist: Das ist der Mann, der den Begriff „Product Information Management“ eingeführt hat.

Seit dem ist einige Zeit vergangen und die Welt hat sich weiter gedreht. Die Probleme, mit denen man sich vor zehn Jahren unter dem Oberbegriff „Product Information Management“ herumschlug sind akuter denn je. Denn seit dem ist das Web immer dynamischer geworden, es ist kaum abzusehen, wo und auf welchen Plattformen oder Endgeräten bzw. Kanälen Produktinformationen in nicht allzu ferner Zukunft noch verfügbar sein müssen.

In der Zwischenzeit sind allerdings auch Methoden und Werkzeuge entwickelt worden, die weit über das hinausgehen, was „Product Information Management“ macht. Denn die Dynamik digital publizierter Inhalte hat auch zu einigen Problemen in der Webentwicklung geführt.

Aus dieser Richtung entstanden dann auch entsprechende Lösungsansätze, um Inhalte möglichst medienneutral und allgemein und zentral zu verwalten.

Ich betrachte Produktinformationen als eine spezielle Form von Inhalten. In Zukunft müssen nicht nur Produktinformationen, sondern alle Unternehmensinhalte auf einer breiten Palette von Plattformen verfügbar sein.

Deshalb möchte ich hier einen Lösungsansatz vorstellen, den Sie unbedingt bedenken sollten, wenn Sie überlegen, eines der zahlreichen Product Information-Management Systeme einzuführen. Das ist nämlich recht zeitaufwändig und entsprechend teuer.

Die Ausgangslage

Wir befinden uns noch mitten in der „digitalen Transformation“. Während sich die Bedingungen in der Umwelt von Unternehmen rasant ändern, haben diese alle Hände voll zu tun, die internen Strukturen den neuen Umweltbedingungen anzupassen.

Zu den sich ändernden Umweltbedingungen gehört die zunehmende Anzahl von Kontaktpunkten (Touchpoints) zum Unternehmen. Zu den klassischen Kontaktpunkten gesellen sich zunehmend immer mehr digitale Kontaktpunkte, was neben der Unternehmens-Website auch das Blog oder Social-Media wie Twitter, Facebook, Google+ und viele andere sein können.

Eine weitere sich rasant ändernde Umweltbedingung ist in der zunehmenden Anzahl von Endgeräten zu sehen, mit denen Nutzer über digitale Touchpoints mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Allein die WURFL-Datenbank (WURFL steht für Wireless Universal Resource FiLe) enthält zur Zeit rund 5.500 einzelne mobile Endgeräte (nicht verkaufte Endgeräte, sondern nur Endgerätetypen!). Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Es ist nicht abzusehen, welche Endgeräte mit welchen Auflösungen es in Zukunft noch geben wird und in welchen Kontaktpunkten (ob digital oder analog) Produktinformationen noch angezeigt werden müssen. Laut CISCO wuchs der mobile Traffic in Deutschland 2012 um 40% an. Bald wird es mehr mobile Endgeräte geben, als Menschen.

Neben der Technologie ändern sich die Umweltbedingungen hinsichtlich:

  • Recht: Auch das Rechtssystem befindet in der digitalen Transformation (erzählen Sie dem Finanzamt mal was von „virtuelles Unternehmen“ ;-)) und eingreifende Änderungen zum Onlinerecht können jederzeit eintreten. Durch EU-Verordnungen können kleinere Gesetzesänderungen massive Auswirkungen auf die Präsentation von Produktinformationen haben. Ich nenne Ihnen dazu ein Beispiel: Einer unserer Kunden stellt Lebensmittel her. Auf Produktpackungen (ein Touchpoint) müssen Zutaten gelistet werden, ebenso aber auf der Website. Nun kommt es zu einer Änderung im Gesetz, die vorschreibt, dass bestimmte Zutatenbestandteile fett gedruckt werden müssen, wie etwa „Soja“. Diese müssen nun in den analogen und digitalen Touchpoints geändert werden. Ein Fehler kann dabei zu einem rechtlichen Problem werden.
  • Lifestyle: Der Einkauf passiert heute nicht mehr irgendwo im Einzelhandel, sondern beim Fernsehen von der Couch aus mit dem iPad, während der Sprössling auf Papas Rücken herumkrabbelt.

In vielen Unternehmen sieht es noch so aus, dass Produktinformationen redundant verwaltet werden. Thomas Lucas-Nülle drückt dies im Interview so aus:

“ In der Regel haben sie schon alles versucht, um ihre Produktdaten zu konsolidieren und handhabbar zu machen, mit Content-Management-Lösungen oder mit E-Business-Systemen. Wer für seinen Online-Shop die Daten pflegt, muss sie meist für Print extra aufbereiten oder umgekehrt. Je mehr Kanäle hinzukommen, desto redundanter wird die Datenpflege.“ [1] .

Wie also klar zu erkennen ist, braucht es eine zentrale Pflege von Produktinformationen, um diese in alle Kanäle ohne redundante Pflege publizieren zu können.
Ein Lösungsvorschlag ist das Product Information Management.

Im Folgenden definieren wir zunächst den Begriff Product Information Management und schauen uns an, warum das Sinn macht.
Anschließend zeige ich einen Weg auf, Produktinformationen zu verwalten und dabei eine Basis zu schaffen, die auch alle anderen Unternehmensinhalte medienvariabel speichert.

Product Information Management

Kurz gesagt ist Product Information Management (PIM) die Bereitstellung von Produktinformationen in medienneutraler Form zum Zweck der Auslieferung in verschiedene Kanäle.
In der etwas längeren Version auf Wikipedia heißt es:

„Unter Produktinformationsmanagement (auch PIM oder engl. Product Information Management) versteht man die Bereitstellung von Produktinformationen für den Einsatz in verschiedenen Ausgabemedien beziehungsweise Vertriebskanälen sowie für unterschiedliche Standorte. Voraussetzung dafür ist die medienneutrale Verwaltung, Pflege und Modifikation der Produktinformationen in einem zentralen System, um jeden Kanal ohne großen Ressourcenaufwand mit konsistenten akkuraten Informationen beliefern zu können“ (Wikipedia)

PIM hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Um nur einige zu nennen:

  • Zentralität: Produktinformationen sind an einem zentralen Ort gespeichert und nicht über mehrere Orte verteilt
  • Medienneutralität: Die Informationen sind unabhängig von Ihrem Darstellungskontext abgelegt. Sie können also die gleichen Informationen in einem Printkatalog, einer Broschüre, einem eBook (in Mobi, Epub oder PDF- oder sonst einem Format), auf der Webseite, dem Onlineshop, der Mobile-App oder sonstwo anzeigen.
  • Einfacher Austausch: Für alle Distributionswege können die Informationen ausgetauscht werden
  • Prozessoptimierung: Die zentrale Verwaltung von Produktinformationen resultiert in optimierten Publishing-Prozessen
  • Reduktion von Fehlern: Signifikante Reduktion von Kommunikationsfehlern über alle Kanäle hinweg. Dies garantiert sogar Rechtssicherheit, wenn Sie sich an das obige Beispiel mit den Zutatenlisten erinnern.

Mit Hilfe von PIM können Sie Retouren- und Umtauschquoten verringern oder Ihre Conversion verbessern.

Zentrales Product Information Management macht also absolut Sinn.

Keinen Sinn hingegen macht unter Umständen der Einsatz eines Productinformation Management Systems. Das Feld des Produktinformationsmanagements ist ein noch recht junges. Das erkennt man daran, dass der Begriff selbst in Deutschland gerade mal seit knapp 10 Jahren eine Rolle spielt und es dazu eine überschaubare Anzahl von Monographien gibt (so um die 2 nach meinem Wissen, wobei eine davon eine universitäre Abschlussarbeit ist).

Dem stehen allerdings eine ganze Reihe von Anbietern von Product Information Management-Systemen gegenüber. Allein das PIM-Verzeichnis auf pim-verzeichnis.de listet ca. 30 PIM-Systeme auf. Insgesamt dürften am Markt etwa 80 Systeme verfügbar sein.

Am Rande sei erwähnt, dass Product Information Management – vor allem auf Agenturseite – häufig mit Product Information Management-System gleich gesetzt wird. Ich sehe das etwas differenzierter: Produktinformationsmanagement hat etwas mit der Strukturierung und Speicherung der Informationen zu tun. Dies wird dann über eine konkrete Software-Lösung umgesetzt. Die Software wäre das System. Das sind zunächst zwei ganz verschiedene Dinge.

Warum Product Information Management nur die halbe Lösung ist

Die geschilderte Problematik gilt aber gar nicht nur für Produktinformationen, sondern für alle Inhalte eines Unternehmens.

Das vorläufige Resultat des Versuchs Inhalte jedweder Art in irgendeiner Form zu digitalisieren ist ein Phänomen, das ich „Tool-Silofizierung“ nenne:
Die Inhalte für die Printbroschüre sind in InDesign, die Inhalte für das Blog in WordPress, Webinhalte im Web-CMS, Produktinformationen im E-Shop und der Warenwirtschaft, Inhalte für Social Media in Tools wie Buffer oder Tweet-Deck, Marketing-Mailings sind in Word-Dokumenten oder Google-Docs oder in speziellen Feldern des CRM-Tools, Präsentationen sind in Powerpoint. Die Inhalte sind in diesen Tools regelrecht einbetoniert und können dort praktisch nicht herausgelöst werden, es sei denn per Copy&Paste.

Es gibt praktisch für jedes erdenkliche Teilproblem eine Softwarelösung – bis hin zu Dokumentenmanagement-Systemen, also der systematischen und übergeordneten Verwaltung von einbetonierten Inhalten.

Das Problem mit Product Information Management-Systemen sollte nun offenkundig sein: Wir haben es hier mit noch einem Tool zu tun. Wir fügen also der ohnehin schon großen Zahl an Tools noch ein Tool hinzu. Dies mag zwar in Bezug auf Flexibilität für Produktinformationen perfekt geeignet sein, die anderen Unternehmensinhalte bleiben dabei jedoch außen vor.

Gewiss stimmen Sie mit folgender Aussage überein: Die Interaktion mit einem Unternehmen erfolgt über alle Kontaktpunkte hinweg stets über Inhalte.

Nicht nur Ihre Produktinformationen müssen heute überall verfügbar sein, sondern sämtliche Inhalte müssen mehrfach wiederverwendet und in unterschiedlichste Kanäle publiziert werden. Wer sagt denn, dass eine Gebrauchsanleitung nur gedruckt wird und nicht etwa mobil mit einem iPhone abgerufen? Oder mit einem eBook-Reader? Oder ganz wo- und wieanders?

Wir müssen uns von der Trennung zwischen Online- und Printinhalten trennen. Inhalte sind Inhalte. Und diese müssen in Zukunft auf die unterschiedlichsten Plattformen publiziert werden.

Um es in den Worten von Karen McGrane auszudrücken:

„You might look here at the whole ‘desktop computer and smartphones and tablets’ and kind of go ‘Well, you know, that’s already a pain in the ass to deal with.’. But the problem here is it’s not going to stop. I want to be clear about this: I am not a futurist. I am not here to predict for you what I think the next big thing is going to be. If I could do that, I’d be making a fortune. But what I am here to do is explain that something else is going to come along. There will be some new device, some new platform, some new communication technology. And whatever that is, we’re going to have to find a way to publish to it. We’re going to have to find a way that we can get our content onto it.“.

Wäre es also nicht sinnvoller sämtlichen Content zentral und medienneutral zu verwalten? Und nicht nur die Produktdaten?

Die Einführung eines Product Information Management-Systems braucht ca. 6-12 Monate. Dabei ist die Technik gar nicht die größte Herausforderung. Der größte Aufwand steckt in der Modellierung der Produktinformationen (vergl. dazu Lucas-Nülle). Wenn wir also schon dabei sind diesen Aufwand zu betreiben, warum dann nicht gleich in eine Systematik und ein System investieren, dass so zukunftsfreundlich ist, dass man dort prinzipiell alle Inhalte zentral verwalten kann?

Create Once – Publish Everywhere

Die Probleme, die man versucht mit Product Information Management zu lösen sind keine Probleme, die in irgendeiner Form spezifisch für Produktinformationen sind. Vielmehr verhält es sich so, dass unternehmensweiter Content in unterschiedlichsten Kontexten erwartet wird. Es ist also notwendig, dass man Content aus den Tool-Silos herauslöst und für unterschiedlichste Ausgabekanäle und -medien verfügbar macht. Aber wie bekommt man das hin?

Das ganze Geheimnis liegt in der Strukturierung von Inhalten. Aber was bedeutet „Strukturierung“?

Wer schon einmal mit einem CMS gearbeitet hat und sich wünschte, dass es ein Feld mehr oder weniger geben musste, hat im Prinzip schon einmal Content strukturiert. Das lässt sich natürlich auch systematisch, statt ad hoc angehen. Die Methoden dazu sind denen recht ähnlich, die man verwendet, um bspw. eine Datenbankstruktur oder ein Softwaresystem aufzubauen. Man spricht dann von Datenmodellierung. In Bezug auf Content sprechen wir eben von Contentmodellierung oder Contentstrukturierung, was ein- und dasselbe ist. Sie müssen sich lediglich überlegen, aus welchen Teilen Ihr Content  besteht und dafür entsprechende Felder definieren.

Im Idealfall strukturieren Sie Ihre Inhalte, legen diese in einer Datenbank ab und können dann via API (Application Programmer Interface) von wo auch immer darauf zugreifen.

Beim National Public Radio (NPR) nannte man die Strukturierung von Inhalten und die Publizierung via API COPE: Create Once, Publish Everywhere.

Das amerikanische National Public Radio kam früh auf die Idee, seine Inhalte so zu strukturieren, dass diese über eine API auf beliebige Plattformen publizierbar sind. Schauen Sie sich an, wie NPR die selbe Story auf unterschiedlichste Plattformen publiziert, egal ob Website, mobile Website, iPhone App, iTunes oder Radio Player:

Jetzt brauchen Sie nur noch ein System, das so funktioniert wie das selbstgestrickte von NPR. Ein System, bei dem Sie zunächst Ihre Content-Typen identifizieren und strukturieren und anschließend dem System mitteilen. Daraus werden dann die für den Redakteur passenden und notwendigen Oberflächen erzeugt – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Diese Inhalte können Sie über eine stets gleich bleibende API abrufen und somit in beliebige Kanäle publizieren. Statt eines Produkt-Informationsmanagement-Systems, vollziehen Sie den Wechsel zu echtem Content Management.
Hierfür bieten sich API-basierte Content Management Systeme wie contentful oder prismic.io an.

Product Information Management Systeme

Mir ist bewusst, dass PIM-Systeme außer der Verwaltung von Produktinformationen mehr können, bspw. Database Publishing. Und zu Recht werden die Hersteller von PIM-Systemen hier diese Vorteile in den Vordergrund rücken.
Funktionen wie etwa Database-Publishing und andere typische Merkmale von PIM-Systemen lassen sich im Einzelfall, sofern überhaupt benötigt, dazu entwickeln. Man muss einen Unterschied machen zwischen Produktinformationen und deren Management und spezifischen Funktionen, die PIM-Systeme nun einmal mitbringen.

Zusammenfassung

Produktinformationen sind spezifische Inhalte. Für alle Inhalte von Unternehmen gilt, dass diese in eine fluide Umwelt, also in unterschiedliche Anwendungen und auf unterschiedliche Plattformen publiziert werden müssen. Deshalb ist es sinnvoll den ganzen Unternehmens-Content medienneutral zu verwalten – Produktinformationen gehören auch dazu. Spezielle Systeme zum Management von Produktinformationen fügen der Vielzahl von Tools in denen Inhalte gefangen sind, ein weiteres Tool hinzu. Deshalb wäre eine übergreifende Content Management Lösung sinnvoller.

Mir ist schon klar, dass man nicht von heute auf morgen „mal eben“ ein System wie bspw. Contentful unternehmensweit einführt. Aber die Denkrichtung sollte vorhanden sein. Und wenn Sie sich ohnehin gerade mit dem Gedanken tragen ein PIM-System einzuführen, dann können Sie es doch auch gleich richtig machen. Dazu ist allerdings ein anderes Mindset notwendig:

„Leider haben die meisten Unternehmen keine ‘Content-First-Kultur’. Doch wer sich nicht rechtzeitig auf eine Content-Revolution einstellt und eine digitale Transformation einleitet, wird am Ende verlieren. Die Kunden werden sich an den Marken orientieren, die auf allen Ebenen – neben einem guten Produkt-Leistungsverhältnis – die richtigen Informationen zur richtigen Zeit anbieten.“  Doris Eichmeier / Klaus Eck – Die ContentRevolution im Unternehmen, S. 105.

Damit Sie die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort (bzw. auf der richtigen Plattform) anbieten können, ist eben auch eine Verwaltung der Inhalte zwingend, wie sie hier dargestellt ist.

Je früher Sie damit starten, desto besser.

Dies ist ein Auszug aus einem demnächst erscheinenden EBook.

Bildnachweis:
flickr.com, gorgeoux, Creative Commons: BY-NC-SA – No changes made

 

Emotional Commerce mit Shopware 5

Shopware 5Am heutigen Tage erscheint die neue Version 5 von Shopware. Auch in Schöppingen erkennt man die Zeichen der Zeit und bemüht sich von der klassischen Shopstruktur bestehend aus Kategorienauflistung, Produktauflistung, Detailseite, Warenkorb zu entfernen.

Shopware Vorstand Sebastian Hamann:

„Generell setzen wir bei Shopware 5 mit einer komplett überarbeiteten Frontend-Basis voll auf das Thema Emotion. Wir gehen mit der neuen Version weg vomklassischen Onlineshoppen wie man es kennt, hin zum inspirierenden,ganzheitlichen Shopping-Erlebnis. Der Kunde soll Spaß daran haben zu stöbern,neue Produkte und Hintergrundinformationen zu entdecken und sich auf eineAbenteuerreise durch den Shop zu bewegen, wobei er ein noch nichtdagewesenes Storytelling erlebt“.

Ferner liefert Shopware nun auch ein responsive Design aus, um das Shopping-Erlebnis auch auf allen mobilen Geräten möglich zu machen. Dazu wurden auch die Einkaufswelten überarbeitet.

Das Backend ist überarbeitet worden und bedienungsfreundlicher. So ist im Backend nun auch eine Multi-Edit-Funktion enthalten.

Der Kern der neuen Version wurde technisch überarbeitet und „bis in die letzte Codezeile optimiert“.

Die finale Version von Shopware 5 steht voraussichtlich ab Mitte April zumDownload bereit.

In den kommenden Tagen wird es noch weitere Kinovorstellungen in ausgewählten deutschen Großstädten geben. Weitere Informationen gibt es unter www.shopware.com

Wenn Shopware demnächst noch eine API zur Verfügung stellt, ist es nahe an perfekt.

Quelle:
Shopware Pressemeldung

Bildnachweis:
(c) Shopware AG

E-Commerce Camp Jena 2015 #eccj15

E-Commerce Camp Jena 2015Es gibt über das Jahr verteilt verschiedene Pflichttermine. Und damit meine ich nicht die Cebit, denn die ist grottenlangweilig. Die Rede ist an dieser Stelle vom E-Commerce Camp Jena 2015, das am 13. und 14.03.2015 statt fand.

Ich hatte selbst eine Session vorbereitet mit dem Titel „Schnee von gestern: Warum PIM-Systeme für den Arsch sind“, hatte aber aufgrund der vielen Sessionvorschläge keine Möglichkeit mehr überhaupt den Vorschlag zu machen.

Während ich über einem Becher sehr dünnem Kaffee dem Kollegen Oliver Kraft von Sologics noch etwas mitteilte, hatte sich bereits 2 Sekunden nach Ankündigung die Schlange der Sessionvorschlagenden so verlängert, dass ein Anstellen schon keinen Sinn mehr machte. Und so blieb mir nichts anderes übrig, als für die Sessions mit abzustimmen.

Mit knapp 200 Teilnehmern was das Barcamp richtig groß und ehrlich gesagt, dürften es mehr auch nicht sein. Dafür gab es aber eine ganze Reihe hochspannender Sessions. Nicht angenommen wurde eine Weinprobe – der Vorschlagende wollte irgendwelche Weine im Supermarkt einkaufen, die dann gemeinsam verkostet werden sollten. Ich fand‘ den Vorschlag super und wäre die am Freitag gewesen, hätte ich dafür gestimmt. Anmerkung des Vorschlagenden: „Wie seid ihr denn drauf? Ihr müsstet mal zu einem TYPO3-Camp kommen“. Auch nicht statt fand eine Session zum Thema „Ladyboys“.

Besuchte Sessions beim E-Commerce Camp Jena 2015

Email-Marketing – Michael Keukert

Michael plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen wie man Email-Marketing mit Autorespondern betreibt. Eine klasse Sache, die viel  zu selten gemacht wird. Wenn ein Kunde bestellt hat, werden ihm in Abständen nach gewissen Regeln per Autoresponder Emails zugeschickt. Hat der Kunde bspw. vor 2 Wochen ein erklärungsbedürftiges Produkt bestellt, bekommt er eine Email, ob alles gut ging und einen Link auf erklärendes Material. Solche Autoresponder kann man dann für weitere Zeitintervalle festlegen. Hat der Kunde ein Jahr lang nichts bestellt kommt eine „Wir vermissen Sie“ Email. Der Vorteil von Autorespondern – im Gegensatz zu Newslettern – ist, dass diese nur einmal angelegt werden müssen und dann bis in alle Ewigkeit laufen.

E-Commerce Systeme gestern, heute und morgen – Alexander Graf

Alex gab hier in bester Kassenzone.de Manier einen Überblick über den aktuellen Markt der E-Commerce Systeme bzw. den Zustand des E-Commerce im Allgemeinen. Wie gewohnt kenntnisreich und mit Hang zum „Doom and Gloom“: Amazon hat die Macht. Stimmt zwar und ist aus Sicht von Otto und diversen Mittelständlern unschön, bietet aber auch Chancen. Super Session, die Spaß gemacht hat und für mich die Session des Tages war.

SphereIO aus Agentursicht – Christoph Batik

Die Session von Christoph hat für mich dazu geführt, dass ich SphereiO jetzt noch cooler finde, als vorher. Er stellte zwei Fallbeispiele aus seiner Agenturpraxis dar und wie er das grob umgesetzt hat. Er war vor allem voll des Lobes, was den schnellen Support angeht, verwies aber auch ganz ehrlich auf die eine oder andere noch bestehende Schwäche.

Content-Commerce mit NEOS – Robert Lemke, Jens Schulze

Das Urgestein der TYPO3-Szene zeigte seinen „Proof of Concept“, wie er innerhalb von nur 4 Tagen (inklusive Einarbeitung in die API) SphereIO mit TYPO3-NEOS vereinte. Vom Ansatz her sehr sympathisch (die Referenten und das System). Wenn es das „Out of the Box“ gibt, nehme ich das sofort (und sage mir jetzt bitte keiner, dass das nicht geht. Das geht!).

 

Eines würde ich anders machen: Einen Barista bestellen, der einen Jamaica-Blue Mountain nach allen Regeln der Barista-Kunst fertigt. Das Budget sollte das locker hergeben.

Ansonsten klasse Barcamp. Wie sagte der Terminator: „I’ll be back“.

Und wer mehr zum Thema Content und E-Commerce erfahren möchte, kommt am besten zum Content-Commerce Camp nach Leipzig.

Bildnachweis:
Udo Butschinek, Public Domain, ID-FC

Hubspot Alternative – WordPress

Hubspot Alternative WordPressInbound-Marketing – richtig umgesetzt – kann gerade für kleine Unternehmen eine spannende Möglichkeit sein Leads – also Wissens- und Kaufinteressenten – zu erzeugen.

Um das aber auch umsetzen zu können sind gute Tools notwendig, die es erlauben Inhalte zu publizieren und nachzuverfolgen, welcher Lead sich für welche Inhalte interessiert. So ist es möglich, gezielt Inhalte anzubieten und einen Interessenten so langsam „heiß“ zu machen.

Das allerdings setzt wieder voraus, dass man entsprechende Tools zur Verfügung hat, die Aktivitäten messen und in denen möglichst zentral Inhalte abgelegt werden können.

Hubspot ist hier eindeutig der unangefochtene Platzhirsch unter den Inbound-Marketing Tools.

Hubspot bietet dabei verschiedene Tools unter einem Dach an:

  • Blog,
  • Content- und Landingpages,
  • Suchmaschinenoptimierung,
  • Email-Marketing,
  • Tools für die Analyse des Nutzerverhaltens,
  • Lead Management,
  • Marketing Automation

Das alles unter einem Dach zu vereinen und als „All-In-One“ Lösung zur Verfügung zu stellen bedeutet für den Anwender zunächst eine riesige Erleichterung, weil man nicht sämtliche Module einzeln installieren muss und sich auch um Updates der Software nicht zu kümmern braucht.

Das hat natürlich seinen Preis. Die günstigste Variante fängt in der Basis-Version bei 185,00 EUR pro Monat an – solange man weniger als 100 Leads hat. Weitere 1000 Kontakte kosten  zusätzliche 100,00 EUR pro Monat. Möchte man die mächtigeren Features nutzen, bedeutet der Sprung auf die nächste Variante einen monatlichen Kostenrahmen von knapp 745,00 EUR monatlich.

Gewiss ist Hubspot ein hilfreiches Tool und seinen Preis auch wert, doch werden einige KMUler erst einmal schlucken. Da kann es interessant sein, sich nach Alternativen umzuschauen.

Zwar gibt es eine Reihe von Anbietern mit einem ähnlichen Leistungsprofil wie Hubspot wie bspw. Infusionsoft. Jedoch muss man auch hier einige Euros pro Monat einplanen.

Hubspot Alternative WordPress

In jüngerer Zeit fällt mir immer wieder auf, wie vielseitig einsetzbar WordPress ist. Für jedes Problem gibt es in WordPress fantastische Plugins, so dass sich WordPress für jedes x-beliebige Spezialproblem – meist auch ohne große technische Kenntnisse – so umkonfigurieren lässt, dass alles lösbar ist.

Wie sich WordPress als Hubspot Alternative einsetzen lässt

Nehmen wir uns doch Schritt für Schritt die Features von Hubspot und schauen uns an, wie diese mit WordPress abbildbar sind.

Blogging

Darin ist WordPress nun wirklich unschlagbar, denn zu diesem Zweck ist es schließlich ursprünglich gedacht. Im Vergleich soll – folgt man Berichten aus dem Internet – das Blogging-Tool von Hubspot eher mau sein.

Content- und Landingpages

WordPress bietet natürlich auch die Möglichkeit Contentseiten einzurichten. Zugleich gibt es aber auch eine Reihe von Plugins, die das Erstellen von Landingpages erlauben. Landingpages lassen sich auch mit Orbtr abbilden. Orbtr erlaubt aber vor allem Leadtracking und Segementierung.

Wenn es um Landingpages und mehr geht ist sicherlich Optimizepress ein sehr starkes Plugin, das es für $97 im Jahr gibt – oder einmalig $97, wenn man im nächsten Jahr keinen Support und keine Updates möchte.

Suchmaschinenoptimierung

Mit dem Yoast SEO-Plugin wird man bereits beim Schreiben von WordPress-Artikeln optimal unterstützt. Mit geeigneter Keyword-Recherche kann man so sich gut im Ranking bei Google hocharbeiten. Und das Ganze ist auch noch kostenlos!

Leadmanagement und Marketing Automation

Nun kommen wir zum Kern einer Inbound-Marketing Anwendung, nämlich dem Lead-Tracking. Die Bewegungsdaten von Interessenten müssen nachvollzogen werden können, so dass erkennbar ist, für welche Inhalte sich ein Lead wie oft interessiert. So können weitere Content-Angebote – je nach Position im Sales-Funnel – gemacht werden (Lead-Nurturing).

Für gerade einmal $99 pro Monat bietet Orbtr ein Lead-Tracking und diese Features:

  • Real-Time Email Alerts for New and Returning Leads
  • Daily Lead Summary Emails
  • Real-Time Leads + Visitors Dashboard
  • Ability to Track Leads who Click from Email Campaigns
  • Integration with Gravity Forms, Jetpack Forms and WordPress Comments for Lead Identification
  • Integrations w/ MailChimp, Gravity Forms, WooCommerce, WP User Database, Zapier

Durch die Integration mit MailChimp lässt sich also auch Marketing-Automatisierung umsetzen. Insofern man sich nicht im Enterprise-Segment befindet, lässt sich durch die Integration mit WooCommerce auch ein Onlineshop inkl. Leadtracking realisieren. Das wäre Content-Commerce auf hohem Niveau!

 

Weitere Alternativen zu Hubspot:

Rainmaker Platform

Die Rainmaker Platform stammt von den Machern von copyblogger.com. Rainmaker ist eine SaaS-Lösung, die – wenn ich das richtig verstanden habe – auf WordPress aufsetzt. Rainmaker bietet dabei 27 responsive Themes an, die man für seine Seiten verwenden kann. Der Preis ist mit $95 bzw. $75 pro Monat, je nach dem, ob man vierteljährlich oder jährlich zahlt, vergleichsweise günstig. Rainmaker Platform bietet auch Leadmanagement und Analytics an – dabei werden „nur“ die entscheidenden Metriken gemessen. Das bedeutet, dass man sich nicht mehr durch einen Wust von Daten wühlen muss, sondern die entscheidenden Kennzahlen schon portioniert serviert bekommt. Als Hubspot Alternative ist Rainmaker interessant, da Rainmaker durch  den SaaS-Ansatz auch bequem ist.

Scompler

Eine mögliche Hubspot Alternative ist Scompler. Mein letzter Kenntnisstand war, dass Scompler sich noch in der geschlossenen Beta-Phase befand. Im Blog von Mirko Lange kann man sich aber einen guten Eindruck von der Software verschaffen. Zu Preisen ist mir im Moment nichts bekannt. Positiv anzumerken ist hier, dass Scompler mal ein Beitrag aus deutschen Landen ist – normalerweise kommen solche Tools ja eher aus den USA.

Fazit

Es gibt sicherliche Bereich, in denen die Lösung von Hubspot einer zusammengestückelten WordPress-Installation überlegen ist. Umgekehrt jedoch bietet WordPress in einigen Bereichen sicherlich deutlich mehr, als Hubspot. Und wenn es nur im Blogging ist. Eine Integration mit E-Commerce Systemen gibt es bei Hubspot meines Wissens nicht.

Wer also in das Inbound-Marketing einsteigen möchte, aber die monatlichen Kosten scheut, könnte mit einer Kombination aus WordPress, Orbtr und MailChimp schon sehr weit kommen. Bei 1000 Leads zahlt man lediglich $99,00 im Monat, gegen $800,00 bei Hubspot. Faktor 8 ist sicherlich eine Hausnummer. Zumal WordPress an einigen Stellen – so vermute ich – deutlich flexibler ist. Alleine bei der Auswahl von Themes.

Vergessen sollte man dabei allerdings nicht, dass es neben den Tools auch eines strategischen Vorgehens bedarf.

Bildnachweis:
flickr.com, Steve Garfield, Creative Commons: BY-NC-SA 2.0

Content und Psychologie Teil 3: Gruppenkonformität

Gruppenkonformität - HerdentriebWenn Sie sich in einem dunklen Raum befinden und auf einen Lichtpunkt auf der Wand schauen, scheint dieser sich irgendwann zu bewegen. Dies nennt man „autokinetischer Effekt“ – die scheinbare Bewegung des Lichtpunktes ergibt sich aus der Eigenbewegung des Auges. Wenn es diese nicht gäbe, könnte man keine stillstehenden Objekte wahrnehmen – Sie erinnern sich vielleicht an die bekannte Szene in der Verfilmung von „Jurassic Park“.

Ein Experiment zur Gruppenkonformität

Der türkische Sozialpsychologe Muzafer Sherif nutzte den autokinetischen Effekt zur Untersuchung der Gruppenkonformität. Zunächst wurden Personen einzeln in einen dunklen Raum mitgenommen. Diesen wurde ein Lichtpunkt an der Wand präsentiert und sie sollten angeben, ob dieser sich bewegte oder nicht. Ziemlich genau die Hälfte sah eine Bewegung und die andere Hälfte nicht.

Dann wurden die Personen gemeinsam in den dunklen Raum geführt und der Lichtpunkt präsentiert. Die Antworten der meisten waren abhängig von den Aussagen der Gruppe. Die Individuen schlossen sich der Gruppenmehrheit an.

Interessant ist, dass dies auch in späteren Einzelsitzungen so blieb – auch entgegen der ursprünglichen Einzelwahrnehmung.

Was bedeutet das?

Dieses Experiment zur Gruppenkonformität zeigt, warum es wichtig und vor allem effektiv ist mit Testimonials, Case Studies oder Erfolgs-Stories zu arbeiten. Auch Produktbewertungen und Kommentare spielen hier mit rein. Man liest in den Bewertungen bei Amazon bspw. immer wieder, dass Produkte aufgrund der vielen positiven Bewertungen gekauft wurden.

Diese Gruppenkonformität kann man auch als einen natürlichen „Herdentrieb“ des Menschen bezeichnen. Man muss also nur seine vorhandene „Herde“ identifizieren und sichtbar machen, um zukünftige Herdenmitglieder zu gewinnen.

Bildnachweis
flickr.com – discopalace – Creative Commons: BY-NC-ND

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