Monthly Archives: November 2014

Die Content-Revolution #Contentrevolution

Content-RevolutionDie Content-Revolution im Unternehmen“ ist eines der Bücher, die jeder Entscheider im Schrank haben sollte.
Schade nur, dass man schon ahnt, dass genau diese das Buch nicht lesen und die darin sehr detailliert beschriebenen Methoden nicht umsetzen werden.

Im Gegensatz zu den amerikanischen Kolleginnen gehen Doris Eichmeier und Klaus Eck in ihrem Buch nämlich sehr ins Detail, so dass man prinzipiell in die Lage versetzt wird Content Strategie und Content Marketing im eigenen Unternehmen einzuführen. Dabei legen die Autoren sehr viel Wert auf die Content Strategie, also darauf, dass entsprechende Strukturen und Prozesse im Unternehmen eingeführt werden, die auf wiederholbare Art und Weise nützlichen und nutzbaren Content hervorbringen. Erst dann macht es überhaupt Sinn über Content Marketing oder auch entsprechende technische Systeme nachzudenken.

Etwas irritiert hatte mich zunächst, dass es auf Seite 10 heißt:

„Was auf Unternehmen zukommt, ist eine Content-Revolution“.

Fasst, wie um alle ein wenig zu beruhigen, schreiben die Autoren später auf Seite 17:

„Von einer wahren Content-Revolution sind wir noch weit entfernt“.

Ich füge jetzt noch einen hinzu: In Wirklichkeit sind wir schon mitten in der Content-Revolution drin, nur ist unser aller Denken noch stark geprägt von mehr als 600 Jahren Buchkultur.

Kein Wunder also, dass Content noch zuallererst für „Print“ erstellt wird und man dann versucht das irgendwie in andere Ausgabemedien zu stopfen. Grafiker, die einem im Web noch was von „pixelgenau“ erzählen, müssten dazu verdammt werden 24 Stunden Lindenstraße zu gucken (läuft die eigentlich noch?) – oder wahlweise alle Texte von Judith Butler nonstop durchzulesen.

Denn es hat vor geraumer Zeit einen riesigen Knall gegeben und seit dem tobt und wütet die technische Revolution in der Umwelt von Unternehmen, die sie eigentlich dazu zwingt strategisch an Content heranzugehen. Weil wir schlicht nicht wissen auf welchem Gerät oder in welcher Anwendung unsere Inhalte demnächst werden landen müssen.

Statt dessen wird über Pixelgenauigkeit gesprochen, so als würden Buchstaben noch immer auf Papier gedruckt und blieben an der einmal festgelegten Position stehen, bis dass das Papier zu Staub zerfällt.

Karen McGrane bringt es schön auf den Punkt:

„You might look here at the whole ‘desktop computer and smartphones and tablets’ and kind of go ‘Well, you know, that’s already a pain in the ass to deal with.’. But the problem here is it’s not going to stop. […] There will be some new device, some new platform, some new communication technology. And whatever that is, we’re going to have to find a way to publish to it. We’re going to have to find a way that we can get our content onto it“ .

Weit entfernt ist man insofern also lediglich von der unternehmensinternen, strukturellen und prozessualen Anpassung an die Content-Revolution. Und genau hier liefern Doris Eichmeier und Klaus Eck das komplette Arsenal in Form eines Baukastens, um sich dem anzupassen.

Und es geht dabei eben nicht primär um Content Marketing. Der eine oder andere KMU-Geschäftsführer wird vermutlich das denken, was dem geschätzten Kollegen Benny Loos von Sologics mal in einem Termin zu Social-Media-Marketing gesagt wurde: „Und du Klugscheisser willst mir jetzt also erklären, wie Marketing geht?“.

Es geht darum, dass man Prozesse und Strukturen aufbaut, die es ermöglichen, Inhalte einem Interessenten oder Kunden zur richtigen Zeit am richtigen Ort – also an jedem Unternehmens-Touchpoint – zur Verfügung zu stellen. Und das auf homogene Art und Weise. Das ist eben Content Strategie. Wer also keinen Bock auf Content Marketing hat: OK, fair enough. Aber den anderen Teil sollte man sich unbedingt zu Gemüte führen.

Guter Content entsteht gemäß den Autoren im Sweet-Spot dreier Perspektiven:

  • der Stakeholder-Perspektive – Inhalte, die die Stakeholder (bspw. Kunden oder Bewerber) interessieren
  • der Markenperspektive – Inhalte müssen auch markengerecht sein – also über Persönlichkeit verfügen
  • der Unternehmensperspektive – das Unternehmen muss auch in der Lage sein, diese Inhalte zu erzeugen und zu pflegen

Das wird wunderbar und glasklar (und nicht wie unsichtbar) erklärt. Zwar findet man in der sonst üblichen anglo-amerikanischen Literatur ebenfalls den Hinweis, dass der Content zum Stakeholder und zum Business passen muss. Aber so klar wie hier wird das in der Regel nicht gemacht. Diese Klarheit zieht sich durch das gesamte Buch.

Es enthält eine Reihe von – wie ich finde – innovativen Methoden wie bspw. die Content-Scorecard, mit der Unternehmens-Inhalte nach bestimmten Kriterien bewertet werden können.

Deutlich wird, dass guter Content viel Arbeit bedeutet – vor allem im Vorfeld, wenn es um die Strategie geht.

Man merkt an jeder Ecke des Buches, dass man es hier mit hochkarätigen und erfahrenen sowie journalistisch geschulten PR- und Kommunikationsprofis zu tun hat. Deshalb sollte man ruhig darauf hören, wenn diese auf Seite 105 schreiben:

„Leider haben die meisten Unternehmen keine ‘Content-First-Kultur’. Doch wer sich nicht rechtzeitig auf eine Content-Revolution einstellt und eine digitale Transformation einleitet, wird am Ende verlieren. Die Kunden werden sich an den Marken orientieren, die auf allen Ebenen – neben einem guten Produkt-Leistungsverhältnis – die richtigen Informationen zur richtigen Zeit anbieten.“

Klaus Eck / Doris Eichmeier
Die Content-Revolution im Unternehmen
1. Auflage 2014
Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Bildnachweis:
Udo Butschinek, Public Domain, ID-FC

Die Zukunft des Web

Zukunft des WebStellen Sie sich vor: eines Tages haben Sie eine Webseite, die Sie gar nicht mehr individuell erstellt haben, sondern eine Webseite, die mittels künstlicher Intelligenz in der Lage ist, sich selbst zu optimieren. Die von selbst A/B-Splittests durchführt. Ihre Inhalte, egal ob Text, Video, Bilder oder was auch immer, werden automatisch in ein für Sie einzigartiges Layout eingebettet. Natürlich responsive.

Sie könnten mit einem solchen System unglaublich viel Zeit und Geld sparen. Niemand muss mehr aufwändige Templates entwickeln, Datenbanken aufsetzen und warten. Ihre „Time to Market“ geht gegen null.

Wenn Sie denken, dass ich spinne, dann haben Sie noch nichts von „The Grid“ gehört.  Denn das macht exakt das, was ich Ihnen gerade grob skizziert habe – und mehr.

Ich gebe zu: ich bin ein wenig neidisch auf die Jungs von „The Grid“. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich bereits vor 15 Jahren intensiv mit Techniken der Künstlichen Intelligenz beschäftigt habe und schon 2003 darüber nachdachte, wie man einem TYPO3-Backend beibringen kann, intelligenter zu werden (Jan Hendrik Heuing wird Ihnen das bestätigen).

Was mich andererseits an solchen Projekten riesig freut ist dies: wenn man Leuten davon erzählen würde, hielte es niemand für machbar. Und dann kommen welche, die machen das einfach.

Es ist ja streng genommen auch ein Witz, dass man einen Großteil der Webentwicklung immer noch zu Fuß machen muss, wo es doch bereits in Asien Fabriken gibt, in denen Software am Fließband hergestellt wird. Natürlich schreibt man sich selbst Skripte, die einem einen Teil der manuellen Arbeit abnehmen, doch bleibt es nach wie vor manuelle Arbeit.

Man kann in einem solchen System auch WIssensdatenbanken hinterlegen, die informationen über ergonomische Oberflächen enthalten. Auch das ist im Grunde schon seit vielen Monden vorhanden.  In dem sehr empfehlenswerten Buch „Lehrbuch der Softwaretechnik“ (in der Auflage, die ich hatte – ich kann nicht sagen, ob das immer noch so ist) gab es ergänzend zum Kapitel über Softwaremodellierung und UML (Unified Modelling Language) eine Beigabe auf CD. Dabei handelte es sich um eine Version von Rational Rose (einem Tool zur Entwurfsplanung von Softwaresystemen mittels UML) mit einem – wenn ich mich recht erinnere – von Helmut Balzert und Studenten entwickelten Add-On, mit dem man aus dem UML-Diagramm direkt ergonomische Oberflächen erzeugen konnte. Änderungen am Modell wirkten sich dann direkt auch auf die entsprechende Oberfläche aus. Dieses Add-On machte dabei von einer Wissensdatenbank Gebrauch, die Informationen über optimale Oberflächen enthielt.
Seit dieser Zeit träume ich von etwas Ähnlichem für die Webentwicklung.

Tja, und ab Frühjahr 2015 wird es dann da sein – nur noch cremiger, weil man sich nicht einmal mehr mit der Entwurfsplanung abgeben muss.

Die Zukunft des Web stelle ich mir so vor: Unternehmen können sich zukünftig – zeitlich und mit Blick auf das Budget – voll auf ihre Inhalte konzentrieren (z.B. werden sie medienneutral in Contentful verwaltet). Diese werden dann ins Grid „geworfen“ und sind dort verfügbar, ohne lange Zeit mit Designdetails, CMS- und Shopauswahl oder anderen technischen Details aufzuwenden.

Das wäre dann auch ein Beitrag zu einem besseren Web. Oder?

Bildnachweis:
flickr.com, Dierk Schaefer, Creative Commons: BY – no changes made

Content-Commerce Digest Oktober 2014

Conversion-Optimierung mit der richtigen Content Strategy

Gefunden auf limk.com

Nächster Schritt, statt „Call to Action“

Wie man den Nutzer dazu bekommt auch tatsächlich zu klicken – ein netter Artikel von Gregoriy Kogan.

Marketing? Marketing ist Mist!

Das sagt zumindest Nike Roos und inspirierte mich dazu das hervorragende Buch „Unmarketing“ von Scott Stratten zu lesen.

Eine Content Strategy für organischen Traffic

Tipps von Neil Patel auf Hubspot.

Mobile First! – oder doch nicht?

Puneet Mehta votiert für mobile first. Ich sehe das anders: Content first! Gefunden auf adage.com

CMS und E-Commerce

Ein Whitepaper von Robert Rose auf onehippo.com. Robert Rose ist mir 3 Jahre hinterher 😉 – aber besser spät als nie.

Content Curation – der perfekte kuratierte Blogpost

Gefunden auf curata.com

Google-SERP Eyetracking Studie

Ganz spannend. Welchen Einfluss hat mobile auf das Suchverhalten? Gefunden auf moz.com

Zuviel SEO ist auch keine Lösung

Gefunden auf marketing-boerse.de

Dazu fällt mir auch ein:

10 Pflichtlektüren für Content Marketer

Gefunden auf ricardobueno.com

Content Strategy für E-Commerce

Hier gibt es richtig was zu lesen. Viel Spaß!

Wachsen durch Teilen mit Curated Content

Gefunden auf karrierebibel.de

 

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