Monthly Archives: November 2012

Was TYPO3 von WordPress lernen kann

TYPO3 und WordPress. Kann man die eigentlich vergleichen? Naja, vielleicht nicht direkt, aber es gibt sicherlich einige Dinge, die sich TYPO3  in Punkto Bedienbarkeit bei WordPress abgucken kann. Über dieses Thema wurde hier ja kürzlich schon einmal geschrieben.

Ich wähle zum Vergleich die relativ einfache Aufgabe aus, ein Bild zu einem Text hinzuzufügen und den Text dabei rechts um das Bild herumfließen zu lassen.

Einfügen eines Bilds in TYPO3

In TYPO3 wählt man zu diesem Zweck zunächst den Inhaltstyp „Text mit Bild“ aus.

Hier gibt es dann vier Reiter, von denen für unsere Zwecke drei relevant sind: „General“, „Images“ und „Appearance“.


Auf dem Reiter „Images“ fügt man erstmal sein Bild ein (ich gehe davon aus, dass man den Text unter „General“ bereits eingeben hat).

Auf dem Reiter „Appearance“ wählt man nun aus, wie das Bild im Text platziert sein soll. In diesem Fall soll das Bild links ausgerichtet sein und der Textsoll das Bild rechts umfließen.

Hier kann man auch noch die Größe und Breite des Bildes einstellen. Das Bild wird also auf drei verschiedenen Reitern verwaltet und es gibt in der Eingabeoberfläche keine direkte Vorschau. Ich kann eine Vorschau nur im Frontend sehen, um zu prüfen, wie mein Text mit Bild aussieht.

Einfügen eines Bilds in WordPress

Es geht aber auch einfacher. In WordPress hat man die Artikelansicht (das Bild sei an dieser Stelle noch nicht eingefügt).

Gut, den Button zum Einfügen des Bildes muss man schon ein wenig suchen, wenn man den noch nie gesehen hat. Aber wenn man das weiß ist der Rest eigentlich lulli.

Man klickt drauf, wählt seine Datei aus und hat dann – ähnlich wie in TYPO3 – ein Icon, das mit anzeigt, wie man das Bild und den Text ausgerichtet haben will.

Anschließend klickt man auf „In Artikel einfügen“ und hat anschließend im Texteditor eine Vorschau des Textes mit Bild. Geht es noch einfacher? Man kann dieses Bild auch direkt markieren und bearbeiten oder löschen.

Das einmal als kleines Beispiel dafür, was TYPO3 von WordPress lernen kann. Dazu müssten allerdings ein paar Bedienkonzepte in TYPO3 überarbeitet werden.

Schlechte Conversion durch mangelhaften Content – Webshop optimieren mal anders

BeispielbildWenn Sie Ihren Webshop optimieren möchten, dann stellen Sie sich vor, es gibt einen Punkt, an dem Sie 55% Potenzial haben. Wo das sein kann? Lesen Sie weiter.

Es ist nun schon ein Jahr her, dass Jakob Nielsen, der alte Haudegen der Usability, eine „E-Commerce Usability“ Studie veröffentlicht hat. Diese war eine Aktualisierung einer bereits 11 Jahre zuvor durchgeführten Usability Studie.

Eine der schon früher von Nielsen formulierten Regeln lautete, dass ein Produkt nur dann gekauft werden kann, wenn man es auch findet. Hier hat sich mittlerweile ja eine ganze Menge getan (man denke etwa an Apache Solr oder Fact Finder). Das Finden der Produkte ist mittlerweile das geringere Problem. Unter der Überschrift „Bad Content Kills Sales“ schreibt NIelsen, dass in einem großen Teil der Fälle im Rahmen der aktuellen Studie das Hauptproblem nicht im Finden von Produkten, sondern im Content lag:

Indeed, 55% of the 143 user failures we observed were caused by bad content — typically, incomplete or unclear information

 

Online shopping is purely an information experience. (Or user experience, as we like to say.) This again places a huge premium on good content. And many sites fail to deliver.

Wohlgemerkt: Nielsen redet hier lediglich über den Inhalt bzgl. eines einzelnen Produktes. Dass die Information unvollständig ist, kann seine Ursache bspw. darin haben, dass Texte von Contentlieferanten kommen, die eine CD schicken auf der zu einem Produkt alle möglichen Informationen enthalten sind. Diese werden dann über irgendeinen Mechanismus importiert und: Tada! Fertig ist die Laube. Denkt jedenfalls der unbedarfte Shopbetreiber und wundert sich dann, dass keiner was kauft.

Content – und seien es „nur“ Produktbeschreibungen – muss auf den Nutzer passen. Und auf den Kontext in dem der Nutzer sich bewegt. Er darf auch ruhig eine gewisse Emotionalität haben. Das setzt natürlich eine gute Kenntnis der Zielgruppe voraus.

Ihre 55% Optimierungspotenzial stecken also im Content Ihres Webshops. Und wenn Sie nicht nur die Produktbeschreibungen, sondern den Content allgemein betrachten, dann dürfte dieses Potenzial sogar noch deutlich höher liegen.

Den Webshop optimieren mit Content. Wenn das kein Argument für die Entwicklung einer Content Strategie für Ihr E-Commerce ist!

P.S.: Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Umfrage der Firma Novomind mit dem Titel: „Trendstudie PIM: Produktinformationen als Umsatztreiber in Onlineshops„.

 

Elements of Content Strategy

Ich muss gestehen, als ich das Buch „Elements of Content Strategy“ von Erin Kissane das erste Mal gelesen habe, konnte ich noch nicht allzuviel damit anfangen. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass hier auf gerade einmal 75 Seiten ein sehr kompakter Überblick über das Feld der Content Strategy vermittelt wird. Das gelingt Erin Kissane ganz gut und streckenweise musste ich auch laut auflachen, da der Stil des Buches eine angenehme Lockerheit aufweist (dazu unten mehr).

Zwei Dinge werden beim Lesen von „Elements of Content Strategy“ deutlich:

  1. Content Strategy ist eine noch junge Disziplin (oder müsste man eher sagen: Meta-Disziplin?). Das erkennt man daran, dass es noch keine einheitlichen Verfahren, Methoden oder Vorgehensweisen gibt. Jeder macht es auf seine Weise und oft stößt man bei der Frage, wie es denn jetzt am besten geht, auf die Antwort: „Et kütt drop an“ (für die Nicht-Rheinländer: „Es kommt darauf an“).
    Erin Kissane formuliert das so: „… our discipline has no playbook from which “content strategies” can be selected. … What we have instead is a collection of principles, goals, approaches, and tools.“ (Seite 71).
  2. Content Strategy ist keine ganz triviale und unter Umständen auch anstrengende Angelegenheit. Das sieht man bspw. an der sehr langen Liste von „Deliverables“, die ein Content Strategist ausliefern kann.

Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile:

  1. Grundlegende Prinzipien: Wann funktioniert Content? Was ist guter Content?
  2. Das Handwerk der Content Strategy: Der Content Strategist hat die Aufgabe frühzeitig auf Content-Probleme hinzuweisen. Die Disziplin der Content Strategy ist beeinflusst von vier Disziplinen:  Editor, Curator, Marketer und Info-Scientist.
  3. Werkzeuge und Techniken.

Erin Kissane gibt einen wirklich sehr dichten Überblick über die Materie. Das einzige, was mir fehlt, was ich aber in den meisten Büchern zum Thema Content Strategy vermisse, ist die für mich kritische Frage: Wie finde ich meine Zielgruppe? Wer ist meine Zielgruppe? Diese Frage wird praktisch immer als schon beantwortet vorausgesetzt. Ich glaube aber, dass diese Frage bei den meisten Unternehmen nicht so eindeutig beantwortet ist. Vor allem nicht, wenn es sich um E-Commerce Einsteiger handelt. Deutlich wird das in „Elements of Content Strategy“ an einer Stelle (Seite 7), wo es darum geht, dass Content nützlich sein und jedes Content-Stück eine gewisse Aufgabe erfüllen muss. Wenn die Aufgabe eines Stück Contents die ist, zu zeigen, wie ein Produkt der Zielgruppe hilft und man das aber nicht benennen kann, sagt Kissane:

And if you can’t find out what they need before trying to sell them a product, you have a lot more to worry about than your content.

Und das ist absolut korrekt. Wenn das aber so kritisch ist für die Entwicklung der Content Strategy und der anschließenden Content-Produktion, dann frage ich mich, warum diesem Punkt nicht viel, viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Davon aber abgesehen: Für jeden, der sich einen ersten Überblick über Content Strategy verschaffen möchte, ist „Elements of Content Strategy“ unbedingt zu empfehlen.

Und hier noch der eingangs versprochene Lacher:

Ich mag es ja immer, wenn Situationen, die im Web angetroffen werden, mit der realen Wirklichkeit verglichen werden (ich mache das selbst häufig) und sich daran dann zeigt, wie absurd manche Abläufe im Web eigentlich sind, obwohl man sich ja mittlerweile daran gewöhnt hat.

In dem entsprechenden Abschnitt geht es darum, was man von dem Kurator eines Museums lernen kann. Ein Kurator wird dafür sorgen, dass man zu einem Kunstwerk Zugang hat, es gut ausgeleuchtet ist, man „mit der Kunst sein“ kann.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Museum und möchten nun zu einem Matisse gehen und laufen 3 Meter vom Bild entfernt vor eine Glaswand. Um an der Wand vorbei zu kommen – die jetzt undurchsichtig ist, so dass Sie das Bild nicht mehr sehen können – müssen Sie erst Ihren Namen und Ihre Adresse aufschreiben und Ihren Personalausweis vorzeigen, um sicher zu gehen, dass Sie auch der sind, der Sie vorgeben zu sein. Nachdem Sie das getan haben, stellen Sie fest, dass das Bild nur ein kleiner Druck ist – Sie müssen in einen anderen Raum voll mit Plakatwänden gehen, um das Original zu sehen.
Endlich kommen Sie zum Bild. Der beschreibende Text zum Bild ist in grauer Kleinstschriftgröße geschrieben, auf einem Hintergrund von nur geringfügig hellerem Grau, also keine Chance den Text zu lesen, aber hier ist endlich, endlich das Bild.
Und dann taucht ein Clown auf, der auf vielen kleinen Tröten hupt, wild Schilder schwenkt, die Zahnweißer oder Diätpillen bewerben. Das ist Content online.

 

 

80% der Onlineshops haben keinen USP

USP, wo ist der verdammte USP?“. Auf einen Blogeintrag mit diesem Titel stießen wir kürzlich im Blog vom „Bundesverband des deutschen Versandhandels e.V.“ . Der Autor – Martin Gross-Albenhausen – zitierte darin eine Studie der Unternehmensberatung Xerfi-Precepta, nach der dem E-Commerce Turbulenzen bevorstehen und es „Spätestens 2017 …  für viele Onlineshops eng“ wird. Darüber hinaus zeige das aktuelle Ranking des EHI Retail Institutes, dass

 

Wachstum nur bei den ganz großen und den ganz kleinen Händlern zu verzeichnen ist.

Zudem wurde Olaf Rotax von dilgenZ Group zitiert:

Olaf Rotax von der Hamburger Beratung dilgenZ Group hat gestern auf der „Novoinsight“-Konferenz unseres Preferred Business Partners Novomind nüchtern bilanziert: 80 % der Onlineshops geben dem Kunden keinen einzigen Anlass, dort einzukaufen.

Martin Gross-Albenhausen sieht die Gründe für die Probleme in einem mangelnden USP der Onlinehshops. Nach Gross-Albenhausen ist ein USP der Preis oder ein Prozess, ein spezielles Produkt oder Know-How. Und eben dieser USP fehle den meisten Onlineshops und somit gäben sie keinen Anlass dort einzukaufen.

Was Martin Gross-Albenhausen hier beschreibt ist nicht ganz verkehrt. Ich möchte diesen Punkt allerdings aus der Sicht der Content Strategie im E-Commerce beleuchten bzw. aus der Sicht des Content-Driven E-Commerce.

Zunächst steht hier die Frage im Raum für wen ich im Onlineshop etwas verkaufe. Das „wen“ beziehe ich hier wirklich auf Personen, also auf Menschen. Angenommen ich hätte eine Glaskugel, in die ich hineinschauen kann. Und diese Glaskugel sagt mir exakt, welche Wünsche und Bedürfnisse und Probleme bestimmte Menschen haben.

In einem ersten Schritt würde ich über den Content den ich im Webshop anbiete diesen Wünschen und Bedürfnissen entgegenkommen. Mein Content gibt für diese Probleme exakte Hilfestellungen (löst diese vielleicht sogar).

In „Elements of Content Strategy“ beschreibt Erin Kissane, was guter Content leisten muss:

  • „Good Content is appropriate“. Und zwar für den Nutzer und das Unternehmen, das den Content anbietet.
  • „Good Content is useful“.
  • „Good Content is User-Centered. Adopt the cognitive frameworks of your users.“

Der Witz ist nun, dass ich diese guten Content gar nicht produzieren kann, wenn ich meine Nutzer, oder besser ausgedrückt: Meine Zielgruppe (!!) gar nicht kenne. Ein jeder Content Strategie geht eine intensive Beschäftigung mit der Zielgruppe voraus. Und am besten ist meine Zielgruppe kognitiv genauso oder ähnlich strukturiert wie ich (also ich, der Shopbetreiber).

Und wie stellt man es an, die Zielgruppe kennenzulernen? Im Anglo-Amerikanischen Raum wird an dieser Stelle immer viel davon gesprochen bestimmte Software-Tools einzusetzen, um das Verhalten der Nutzer im Shop bzw. auf der Webseite zu analysieren. Es werden Techniken empfohlen, wie bspw. das Anlegen von sog. „Personas“. Nicht, dass das komplett falsch wäre. Aber einfacher ist es, mit der Zielgruppe zu sprechen (also, nicht einen Fragebogen schicken, sondern zum Essen einladen oder so…).

Dabei kann man – dem Rat von Mike Michalowicz in „The Pumpkin Plan“ folgend – so vorgehen, dass man sich seine umsatzstärksten Kunden im Shop rausnimmt und sich dann mit diesen trifft, um herauszufinden, was man verbessern kann oder was diese Menschen an den Shops wie dem Meinen vermissen.

Kennt man dann die – psychografische – Zielgruppe genau, kann man eine Content Strategie entwickeln, die exakt auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist, was wiederum dazu führen wird, dass die entsprechenden Kunden gehäuft in den Shop kommen.

Der USP besteht dann darin, dass der Shopbetreiber seine Zielgruppe versteht und die Zielgruppe ihn. Dadurch liefert er den Content, den die Zielgruppe braucht. Daraus entsteht Vertrauen. Der Shopbetreiber hat die magische Kristallkugel.

Das ist, ganz knapp, die Essenz von Content-Driven E-Commerce.

10 Gründe, warum TypoGento für den A?*#! ist

Kürzlich lief mir in einem Blogpost bei Netreseach, in dem es um Shoperweiterungen für TYPO3 ging, auch wieder TypoGento über den Weg.

Ganz unten listete der Autor dann auch TypoGento auf mit dem Hinweis „… hier sieht es von der Seite her aber nicht so aus, als wäre das Projekt noch aktiv“. Und, alter Schwede: Hat der Autor Recht! Der Post war die Motivation einmal die Punkte aufzulisten, warum TypoGento eigentlich vollkommen uninteressant ist.

Wir selbst haben ja vor einiger Zeit schon erkannt, dass der Wunsch auf einer E-Commerce Seite auch echtes Content-Management zu haben, eine Standardanforderung ist. Mit Shopsystemen lässt sich in der Regel kein richtiges Content-Management betreiben und mit einem CMS kein richtiges E-Commerce. Für kleinere Sachen mag das noch funktionieren, aber mal ehrlich: Kann sich irgendjemand vorstellen, dass bspw. die METRO Cash & Carry einen internationalen Shop mit tt_products betreibt?

tt_products ist im Grunde eine Lösung, die für „ein bisschen“ E-Commerce ok sein mag, aber dafür ganz schön aufwändig und teuer in der Umsetzung ist.

Allein der Versuch in ein TYPO3 ein Shopsystem hereinzubekommen, dass auch nur annähernd den Funktionsumfang von Magento, OXID oder Shopware hat, ist im Grunde zum Scheitern verurteilt. Deshalb haben wir irgendwann angefangen eine Lösung zu entwickeln, die wir ShopFusion nennen und mit der man innerhalb von Minuten bspw. Magento in TYPO3 integrieren kann.

Natürlich stellen Interessenten auch immer die Frage, was denn nun ShopFusion von TypoGento unterscheidet. Eine absolut berechtigte Frage und kürzlich rutschte mir in einer Livedemo heraus: „Alles“. Und dann fing ich an aufzuzählen:

  1. TypoGento ist ein Abfallprodukt aus einem Agenturprojekt und keine spezielle Lösung für ein Problem
  2. Das TypoGento-Projekt ist als Open-Source-Projekt tot
  3. Es ist überhaupt nur Open Source, weil sich keiner die Arbeit machen wollte, es richtig zu entwickeln (was nämlich eine Menge Arbeit ist, und das haben die gemerkt)
  4. Für TypoGento gibt es keinen Support. Es ist ja auch einfacher zu sagen: „Wieso, ist doch Open Source, mach‘ doch selber!“.
  5. TypoGento läuft von Hause aus nur mit uralten Magento-Versionen
  6. Keine Updatesicherheit!
  7. Bis zum heutigen Tage ist RealUrl (geschweige denn CoolUri) nicht im Standard möglich (in der Doku steht das zwar anders, aber man findet immer wieder Posts – auch aus jüngerer Zeit – wo Anwender massive Probleme damit hatten).
  8. TypoGento ist nicht „mal eben“ installiert. Da braucht man nur mal in die einschlägigen Foren zu gucken
  9. Keine Dokumentation („Until now, we did not find the time to write a real documentation.“)
  10. Andere Shopsysteme sind nicht verwendbar

Gewiss gibt es noch ein paar Gründe mehr, aber: Kein Support, keine Updatesicherheit und kein RealUrl im Standard sind für sich eigentlich schon K.O.-Kriterien. Oder sieht das jemand anders?

  • Typogento ist für den A?*#!
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