Monthly Archives: Oktober 2012

Kleine Content-Katastrophen

Haben Sie auch schon das Betriebssystem „Standardprogramm Baumwolle“ für Ihren Tablet-PC?

Produktdaten aus einer Warenwirtschaft oder von einem Contentlieferanten zu importieren ist ja ein gängiges Verfahren, um einen Webshop mit Inhalten zu befüllen. Aus der Sicht einer Content Strategie zwar suboptimal, aber naja…

Gelegentlich passieren dann solche netten Content-Katastrophen wie hier zu sehen. Hier geht es um einen Samsung-Tablet PC. Unter „Betriebssystem“ findet sich dann: „Standardprogramm Baumwolle 40 Grad C bei Teilbefüllung“. Wie wunderbar!

Auf der rechten Seite des Shops fragt eine freundliche Comic-Dame: „Noch Fragen?“. Nein!

Fundstelle: http://www.samsung.com/de/consumer/mobile-device/tablets/archive-tablets/GT-P6201UWADBT-spec

  • Betriebssystem: Standardprogramm Baumwolle...

Was hat France Gall mit E-Commerce zu tun?

„Ein-biss-schön Goethe, ein bissschön Bonapartö so soll er aussähen, der Mann auf den isch wartö…“.

An dieses nette Liedchen musste ich denken, als ich mich kürzlich fragte, wer den Leuten eigentlich erzählt hat, dass man auch „ein bisschen“ E-Commerce machen kann?

Man macht ja auch nicht mal „ein bisschen“ ein Ladengeschäft auf. Ich habe den Verdacht, dass das Thema E-Commerce hinsichtlich des dahinterstehenden Aufwands extrem unterschätzt wird.

Ich komme darauf, weil mir jüngst Projektanfragen für Shops über den Weg liefen, bei denen das Gesamtbudget irgendwo im unteren 4-stelligen Bereich lagen. Aber es sollte natürlich ein Magento sein. Und ins TYPO3 integriert.

Dass ein Magento-Projekt irgendwo im 5-stelligen Bereich losgeht, war offenkundig nicht bekannt.

E-Commerce ist eben nicht das Eröffnen eines Shops im Internet und das Einstellen von ein paar Produkten. Das ist nur die reine technische Lösung. Wenn man sich einen Shop bei Strato für 10,00 EUR im Monat mietet, wird man feststellen, dass man seine Socken, oder was man da auch immer verkaufen will, nicht wirklich los wird. Ich meine mich an Zahlen zu erinnern, dass bei solchen Mietshops nur der geringste Teil – also irgendwo zwischen 1 und 2 Prozent – überhaupt einen nennenswerten Umsatz machen. Das hat seinen Grund.

Bei einem Webshop gibt es zusätzlich eine Menge drumherum und davor und dahinter. Ich denke da an Logistik, Kundennachbetreuung, Retourenmanagement, Content Strategie, Conversionoptimierung, SEO usw. Das alles erfordert wiederum eine permanente Nachbetreuung des Shops (diese Kosten werden häufig gar nicht gesehen. Man merke sich: Einen Webshop zu betreiben ist wie der Bau des Kölner Doms: Nie wird er fertig sein und wenn: Dann geht die Welt unter!).

Dazu kommt, dass manch ein Interessent noch gar keine Vorstellung davon hat, was er eigentlich machen möchte (obwohl der Termin schon steht und alles in 6 Wochen fertig sein soll).

Ich hatte eine solche Anfrage in diesem Jahr. Der Interessent wusste, dass er einen Multinationalen Shop haben möchte, für mehrere Länder. Zwei davon sollten sofort an den Start gehen und in 6-8 Wochen fertig sein. Auf die Nachfrage, ob es denn Details gäbe bzgl. Layout, funktionalen Anforderungen, Bezahlsysteme usw., kam als Antwort:

Logo ist bereits vorhanden und Vorstellung wie die Seite in ungefähr aussehen soll, farblich und aufbaumäßig.
Wir brauchen aber ein programmiertes Template, wie auch designerisch ausgefeilt.

Die Zusammenarbeit soll langfristig erfolgen.
Haben sie noch Fragen ?

Ne, keine Fragen, Danke. Wir würden schon 6-8 Wochen brauchen, nur um die Anforderungen zu klären und  zusammenzutragen.

„Ein bisschen E-Commerce“ sehe ich auch häufig bei Anbietern, die stationären Handel betreiben und die auf einen externen Shop verlinken (in neuem Tab) und dort eine Art Dropshipping-Angebot eines zentralen Anbieters haben. Irgendwie will man einen Webshop haben, aber so richtig einsteigen will – oder kann – man auch nicht.

Jetzt mal ehrlich: E-Commerce macht man richtig oder gar nicht. Sieht das irgendwer anders?

 

 

 

So entwickeln Sie eine Content Strategie – Teil 5

Content Strategy for the WebBei der Entwicklung der Content Strategie geht es nun langsam an die Substanz. Das kann man jetzt im doppelten Sinne verstehen: Zum Einen meine ich damit die in der Grafik abgebildete „Substance“, also den eigentlichen Content. Dieser Prozess kann aber auch an die Substanz gehen, denn er beginnt mit der Frage: „Für wen schreiben wir eigentlich?“.

Innerhalb einer Organisation gibt es unterschiedliche Abteilungen. Während die Personalabteilung sich eher an Bewerber richten möchte, interessiert sich das Marketing für potenzielle Kunden usw. Das Problem ist, dass der Content nicht für alle Personen gleich gut passen kann.

In „Content Strategy for the Web“ schreiben Halvorson und Rach:

Your content will be much more effective and easy to manage if you set some parameters and priorities about who your content is for.

Stellen Sie also zunächst fest, für wen Sie Content herstellen wollen und priorisieren Sie diese Zielpublikum. Für jedes Zielpublikum können Sie entsprechenden Content entwickeln.

Dabei sollten Sie so präzise werden, wie es nur geht.

Wenn Sie einen Webshop betreiben, fällt die Wahl eines Zielpublikums zunächst relativ leicht, denn höchstwahrscheinlich haben Sie ja bereits Kunden, die bei Ihnen kaufen. Stellen Sie sich Fragen wie:

  • Wer kauft bei uns?
  • Was machen diese Menschen?
  • Wie sind die auf uns gekommen?

Sie möchten am Ende herausfinden, was diese Menschen bewegt, was sie umtreibt und wie Sie diesen Menschen mit entsprechendem Content konkret helfen können. Sie möchten möglicherweise auch etwas über Sprachgewohnheiten des Zielpublikums herausfinden.

Dazu kann man auch sogenannte „Personas“ erzeugen. Das ist so eine Art idealtypischer Kunde, den Sie sich bei der Content-Erzeugung stets vor Augen halten (mehr dazu in „The Persona Lifecycle“ von Pruit und Adlin).

Die Frage ist natürlich: „Wie kommt man an diese Informationen?“. Im Idealfall kennen Sie Ihren Kunden schon ganz genau. Das ist aber selten der Fall (Achtung Falle: Oft glaubt man sein Zielpublikum zu kennen, auch wenn das gar nicht der Fall ist). Im Anglo-Amerikanischen Raum wird häufig der Einsatz bestimmter Software-Tools empfohlen, wie etwa Klout. Nicht, dass solche und ähnliche Tools nicht ihre Berechtigung hätten. Ich glaube aber, dass es eine altmodischere Variante auch tut: Eine Auswahl der Kunden schlicht fragen.

So logisch und einleuchtend dieser Punkt auch klingen mag, so schwierig ist er auch. Sein Zielpublikum wirklich zu kennen ist gar nicht so einfach. Aber wie sollte man sonst passgenauen Content schreiben können?

So entwickeln Sie eine Content Strategie – Teil 4

Content StrategieWenn Sie eine Content Strategie entwickeln, müssen Sie die Elemente, die Sie im Bild auf der linken Seite sehen, berücksichtigen. Alles beginnt mit der Kernstrategie.

Wenn Sie bereits Ihren Content Audit gemacht und die Bedingungen kennen, unter denen Ihr Content erzeugt wird, dann wissen Sie, wo Sie im Augenblick stehen. Das ist Ihr Startpunkt.

Was Sie im nächsten Schritt formulieren, ist ein Ziel für Ihren Content. Dieses Ziel ist Ihre Kernstrategie.

Wenn Sie jetzt in SMART-Kategorien denken, also Specific Measurable Accepted Realistic Timely, dann sind Sie auf dem Holzweg, bzw. denken Sie noch viel zu klein.

Was Sie entwickeln müssen ist eine Vision für Ihren Content. Diese muss so formuliert sein, dass Sie begeistert, inspiriert. Dass man Lust darauf bekommt, an der Verwirklichung mitzuarbeiten. Wenn Sie eine solche Vision für Ihren Content entwickeln, ergibt sich automatisch, dass dieser nicht mehr „realistic“, also realistisch sein darf. „Wir posten ab und zu mal was auf Twitter“ reisst keinen vom Hocker. Aber: „Wir sind online immer da wo unsere Kunden sind und liefern den Content, den Sie brauchen, wenn sie ihn brauchen“ (Dieses Beispiel habe ich von Halvorson und Rach übernommen).  Das klingt schon etwas anders, gell?

Sie müssen sich für die Umsetzung der Content Strategie schon ein wenig strecken, um diese zu erreichen. Nach Halvorson und Rach sollte die Kernstrategie diese Attribute aufweisen:

  • flexibel, also losgelöst von taktischen Maßnahmen oder
  • ehrgeizig, also eher groß als klein (das macht schließlich eine Vision aus)
  • einprägsam, man muss es sich merken können
  • motivierend, man muss Bock darauf habe, es umzusetzen
  • einbindend, jeder kann einen Beitrag leisten

Eine so formulierte Kernstrategie hat dann die Funktion eines Leuchtturms, eines Richtungsweisers, der meine Content-Produktion unabhängig von konkreten Gegebenheiten, taktischen Maßnahmen, Technologien und was auch immer, stets in die richtige Richtung laufen lässt.

Wie eine solche Kernstrategie dann aussieht? Vielleicht so.

Der Anbieter Pepperworld könnte eine solche Strategie entwickelt haben:

Wir werden die Informationsquelle zu Chilis im deutschsprachigen Raum für alle Liebhaber des Scharfen.

  • Jede Content Strategie braucht eine Vision. #contentstrategy

P.S.: Schade nur, dass man bei Pepperworld.de nicht direkt auch bestellen kann, sondern erst umständlich auf pepperworldhotshop.de weitergeleitet wird :-(

3 Gründe, warum TYPO3 auf dem absteigenden Ast ist

„TYPO3 auf dem absteigenden Ast? Wie kommt der Kerl denn darauf?“.

Vermutlich haben Sie gerade genau das gedacht, als Sie die Überschrift gelesen haben. Und ehrlich gesagt: Ich an Ihrer Stelle hätte genau das gleiche gedacht. Schließlich ist doch TYPO3 ein weit verbreitetes System. Sehr leistungsfähig, anpassbar und wird von vielen namhaften Firmen eingesetzt. Bevor ich Ihnen sage, wie ich darauf komme, lassen Sie mich doch noch folgendes klarstellen:

Ich finde TYPO3 super und arbeite selbst seit 10 Jahren damit. Allein mit ZIMMER 19 haben wir TYPO3 in hunderten von Projekten eingesetzt.

Hier geht es nicht um TYPO3-Bashing. Im Gegenteil. Ich möchte hier einmal ein paar Punkte auflisten, die mir in den letzten Jahren aufgefallen sind und die mir von anderen Agenturinhabern in längeren Telefonaten bestätigt wurden.

Doch zunächst: Wie komme ich also auf die „absteigender Ast“-These? Schauen Sie sich die folgende Grafik an:

Google Trends Chart für Suchbegriff TYPO3

Quelle: http://www.google.com/trends/?q=typo3

Was Sie hier sehen ist die Menge der Suchanfragen zum Begriff „typo3“ bei Google über die Zeit.

Man sieht, dass die Suchanfragen seit dem Jahr 2007 kontinuierlich nach unten gehen.

Wenn Sie das noch nicht weiter alarmierend finden, dann stellen Sie sich vor, jemand würde Ihnen ein Langfristchart eines Unternehmens zeigen, dessen Aktienkurs so verläuft. Würden Sie investieren?

Natürlich ist die Menge der Suchanfragen nicht direkt gleichzusetzen mit einem Aktienkurs.
Aber ist nicht ein kontinuierlicher Einbruch der Suchanfragen ein Indiz für ein nachlassendes Interesse?

Möglicherweise gibt es auch eine andere Interpretation des Charts. Nämlich diese:

Da TYPO3 so weit verbreitet ist und es jeder kennt wird immer weniger danach gesucht, weil alle Informationen bereits bekannt sind.

Dann schauen wir uns mal folgenden Chart an:

Chart Google Trends für Suchbegriff WordPress

Quelle: http://www.google.com/trends/?q=wordpress

Wissen Sie, was das ist? Das ist der Google-Trends Chart für den Suchbegriff „wordpress“. Mir will jetzt aber keiner erzählen, dass WordPress weniger verbreitet und weniger bekannt wäre? Schließlich ist WordPress – und zwar mit Abstand! – das am häufigsten eingesetzte CMS der Welt. Der Welt!

Und doch steigen die Suchanfragen für WordPress seit Jahren  kontinuierlich an. Es muss also einen Grund geben, warum WordPress immer häufiger und TYPO3 immer weniger gesucht wird.

Lassen Sie sich mal kurz auf folgenden Gedanken ein: Vielleicht haben zunehmend immer mehr Leute keinen Bock mehr auf TYPO3. Und wenn das so ist: Warum ist das so?

Die Google-Trends Grafik deckt sich mit Informationen, die ich in Gesprächen mit vielen, vielen Agenturen bekommen habe.

Es gibt eine Reihe von Agenturen, die TYPO3 früher eingesetzt haben und es jetzt nicht mehr tun. Einer der Hauptgründe dafür folgt gleich als erstes.

Und es gibt viele Agenturen, die TYPO3 mit Begeisterung einsetzen, aber viele Punkte gerne geändert sähen. Diese werden im Folgenden auch aufgelistet.

Legen wir also los mit den Gründen.

Grund 1: TYPO3 ist nicht bedienbar

Wenn ich sage, dass TYPO3 nicht bedienbar ist, dann beziehe ich mich hier auf einen einfachen, unbedarften Redakteur. Und selbst als erfahrener TYPO3-Tekki  hat man manchmal seine Probleme. Beispiele folgen weiter unten. Der Geschäftsführer einer Agentur sagte einmal zu mir: „Allein die Trennung von Seiten und Seiteninhalt ist für manchen Redakteur schon eine echte Herausforderung!“.

Manch einer stellt sich auf die Position, dass die Anwender halt alle zu dämlich sind.

In Einzelfällen mag das stimmen, aber wenn man über die Jahre immer wieder beobachtet, wie Anwender auf die immer gleichen Schwierigkeiten stoßen und andere Leute einem diese Beobachtungen bestätigen, dann muss man sich irgendwann die Fragen stellen, ob das System nicht einfach zu kompliziert ist.

Ich weiß, dass viele Agenturen TYPO3 den Rücken gekehrt haben, weil ihre Kunden mit dem Backend einfach nicht klar kamen.

Nehmen wir als ein Beispiel die Bedienung von tt_news. Der Redakteur muss hier mindestens 3 Hürden meistern:

  1. Er muss seine Newsartikel in einem zentralen Ordner ablegen
  2. Er muss wissen, dass ein Plugin diese ausliest und an bestimmten Stellen auf der Webseite ausgibt
  3. Er muss im Zweifel wissen, wie er das Plugin einbindet und konfiguriert

Redakteure, die ihre News nur gelegentlich pflegen, fangen fast jedes Mal wieder von vorne an. „Wo muss ich die News jetzt nochmal anlegen?“.

Anderes Beispiel:
Aber selbst als erfahrener Tekki kann man richtig Spaß bekommen: Bspw. den Vorschaulink in einem Workspace erzeugen.

Wenn man sich da durchklickt und irgendwann endlich den Link zur Erzeugung des Links angezeigt bekommt, dann muss ich diesen Link auch noch kopieren und in meine Browseradresszeile eingeben…

Dabei könnte man doch einfach auf „Speichern und Ansehen“ klicken und dann würde die Vorschau des Workspaces angezeigt. Das wäre intuitiv.

Grund 2: TYPO3 ist entwicklerorientiert

TYPO3 ist beliebig erweiterbar. Es gibt keine Funktionalität die mit TYPO3 nicht abbildbar wäre. Hier liegt meiner Meinung nach die große Leistung von Kasper Skaarhoj: In unglaublicher Hellsichtigkeit hat er dafür gesorgt, dass TYPO3 offen und erweiterbar ist. Es gibt  für eine Agentur nichts Schlimmeres, als dass der Kunde eine Anforderung stellt und man ihm mitteilt, dass das alles gar kein Problem ist, um dann festzustellen, dass das System, mit dem das Projekt realisiert wird, es einfach nicht zulässt. Wie sag‘ ich’s meinem Kunden?

Mit TYPO3 hat man dieses Problem definitiv nicht. Egal, was der Kunde will, es wird gehen (fragt sich nur wie hoch der Aufwand ist).

Aus diesem Grund ist TYPO3 bei Entwicklern und Agenturen zu recht sehr beliebt. Und genau die waren es dann auch, die TYPO3 – zumindest im deutschsprachigen Raum – entsprechend promotet haben. Leider merkt man das – siehe oben – dem System auch an. In der Begeisterung für das System und seine Flexibilität wurde ganz vergessen, dass es ja auch noch einen Nutzer gibt. Einen unbedarften Redakteur, der einfach nur ein paar Texte einpflegen will.

Man bemerkt die technische Ausrichtung auch an solchen – laut angekündigten – Projekten wie FLOW3, über dessen Sinnhaftigkeit man durchaus diskutieren könnte.

Oder daran, dass bspw. das Backend plötzlich Ext JS verwendet. Vermutlich weil einer von den Technikverliebten einfach mal Bock auf EXT JS hatte.

Dabei ist die Technologie für den Benutzer vollkommen egal. Was Bedienkomfort und Nutzerorientierung angeht, kann man gerne auch was von Jimdo lernen. Einfach zu bedienen wie Jimdo und flexibel wie TYPO3. Das wäre was.

Grund 3: TYPO3 ist primär ein Deutsches Phänomen

Obwohl es den Abwärtstrend nicht erklären kann, ist aber festzuhalten, dass es sich bei TYPO3 um ein vor allem Deutsches Phänomen handelt. Weltweit liegt TYPO3 – zu meinem eigenen Erstaunen, denn ich hätte es viel weiter vorne vermutet – auf Platz 6 der beliebtesten Redaktionssysteme und weeeiiiit hinter bspw. WordPress (zumindest, wenn man der Studie von Water and Stone Glauben schenkt). Wie kann man es schaffen, TYPO3 auch International bekannt zu machen? Ich ließ mir mal sagen, dass TYPO3 in der deutschsprachigen Community von Brasilien on vogue ist. Damit hätte man auch schon einen Schlüssel zum Verständis des internationalen Standes von TYPO3 (Achtung: Zirkulärargument!): Eben weil TYPO3 ein Deutsches Phänomen ist, ist die Englische Dokumentation streckenweise missverständlich und echte Hilfe bekommt man eher auf Deutsch als auf Englisch.

Ach ja: Und wenn man mal endlich strenge Qualitätskriterien für das TER einführen würden, wäre das sicherlich auch förderlich.

P.S.: Es hilft jetzt nichts, wenn 10000 Leute jeden Tag 30 mal „typo3“ bei Google eingeben 😉

P.P.S: Erst jetzt fiel mir auf, dass dieses Thema auf TYPO3Blogger  bereits schon mal angeschnitten wurde. Ich stieß darauf über den Artikel „TYPO3 und das Marketing“ (hat der Mann eigentlich schon sein Marketing-Budget bekommen?).

Das Webinar, oder: Ist alles nur eine Online-Kaffeefahrt?

Webinar. Als ich diesem Wort – es muss so um 2005 herum gewesen sein – das erste Mal begegnete, wusste ich nicht so recht, ob ich über den Begriff lachen oder darüber den Kopf schütteln soll. Eine Mischung aus Web und Seminar. Webinar.

Ich finde, der Ausdruck klingt immer noch ganz schön bescheuert, aber so langsam ist eine Gewöhnung eingetreten. Der Grusel hat sich verflüchtigt.

Der Gedanke eines Webinars allerdings ist nach wie vor super: Online ein Seminar belegen, so als wäre man in einem Klassenraum physisch vorhanden. Ohne seinen Hintern aus dem Haus bewegen zu müssen. Das ist cool. Und ich wette: Das ist auch die Unterrichtsform der Zukunft. Auch staatliche Schulen werden zukünftig in dieser Form unterrichten.

Nun nahm ich jüngerer Zeit an einigen Webinaren teil. Manche davon fanden nachts um 3 statt (für Amerikanische Westküstenzeit super, für mich allerdings nicht so). Die Themen waren interessant und es versprachen lehrreiche und inspirierende Stunden zu werden.

Diese Webinare kratzten inhaltlich nur an der Oberfläche des besprochenen. Das klare Ziel dabei war: Mehr zu verkaufen. Und zwar am Ende des Webinars.

Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass man mir etwas verkaufen will oder dass grundsätzlich jemand etwas verkaufen will. Keineswegs. Nur, wenn man sich dann irgendwann fragt, wann der Kerl jetzt noch die Heizdecke oben drauf legt, habe ich das Gefühl, dass eigentlich eine tolle Einrichtung – das Webinar – auf diese Art und Weise in Verruf geraten und irgendwann für die Mehrzahl der potzenziellen Interessenten uninteressant werden könnte.

Ich möchte das Webinar nämlich aus einer anderen Sicht beleuchten: Als wunderbares Mittel:

  1. einem anderen Menschen kostenfrei Wissen zu vermitteln
  2. und sich dadurch selber als Experte zu profilieren.

Das, würde ich sagen, ist eine echte Win-Win-Situation.

Wenn nun aber die Webinare stets in reine Verkaufsveranstaltungen ausarten („Und wissen Sie was? Wenn Sie jetzt buchen, lege ich auch noch die Erde – jaaa die Erde – mit drauf!“), fürchte ich, dass dieses wunderbare Content-Marketing-Mittel irgendwann nicht mehr gebucht wird.

Ich finde: Entweder Geld für das Webinar nehmen oder kostenfrei anbieten. Wenn der Inhalt taugt, werden die Teilnehmer früher oder später ohnehin Interesse an meinen Produkten oder Dienstleistungen haben.

Gegen einen dezenten Hinweis, dass man auch noch das eine oder andere Produkt oder Seminar zu bieten hat, hat gewiss niemand was einzuwenden.

Heizdecken braucht aber keiner.

Content ist DOCH King – „Content is King“ ist kein Mythos.

„Content is King“. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Content führt dazu, dass mehr Besucher auf die Seite kommen, dass man Vertrauen aufbaut und vieles mehr.

Vor einiger Zeit postete Derek Halpern in seinem „Social Triggers“ Blog einen Artikel mit dem Titel „The ‚Content is King‘ Myth debunked„, zu Deutsch: „Der ‚Content is King‘ Mythos widerlegt“.

Derek Halpern zitierte eine (in Worten: eine!) „Studie“ mit dem Titel „Trust and Distrust of Online Health Sites„. Kurz gesagt kam diese Studie zu dem Ergebnis, dass 94% der an der Studie teilnehmenden Probanden einer Webseite am Anfang nicht vertrauten, weil Ihnen das Design nicht zusagte. Weil es nicht vertrauenswürdig erschien. Jetzt muss man diese 94% erst einmal gerade rücken: An der Studie nahmen 15 Probanden teil. 14/15 = 94%. Ist das repräsentativ? Nö.

Derek Halpern glaubt auf der Basis dieser Studie sagen zu können, dass „Content is King“ „horrible advise“ ist. Das ist natürlich vollkommener Käse, da diese Studie aufgrund des kleinen Samples statistisch gar keine Aussagekraft hat und bestenfalls für die Formulierung einer Hypothese gut ist.

Es kommt aber noch besser: Denn ein weiteres Ergebnis dieser Studie ist, dass die einmal gewählten Seiten von 83% der Teilnehmer aufgrund des Content als vertrauenswürdig eingestuft wurden:

Trust was an important feature of the selected websites. The participants liked sites that contained a great deal of information but that was presented in such a manner that an individual could quickly pinpoint their own specific areas of interest. The participants’ selection of websites to explore and revisit was also dependent on the assessment of the content in relation to their own personal angle.

Entscheidend war also Content und ob die persönliche Einstellung des Besuchers auf den Content passte!

Kurz: Das Ergebnis der Studie ist also genau das Gegenteil von dem, was der Titel bei „Social Triggers“ nahelegt.

Ich würde nun sogar soweit gehen und behaupten, dass ordentlicher Content mittelfristig sogar eher dazu geeignet ist, Vertrauen zu erzeugen. Und dass eine spontan als „nicht vertrauenswürdig“ eingestufte Webseite durch den Content dann doch als vertrauenswürdig eingestuft wird. Die Frage für eine Studie wäre also: Was ist, wenn die Probanden sich über längere Zeiträume mit einer Thematik befassen? Und dann immer wieder auf die gleichen Seiten stoßen, die sie irgendwann als „Pfui Bah Bah“ eingestuft hatten? Ich behaupte, dass sich das Bild dann auch schnell ändern kann.

Ein Beispiel:

Die Webseite „Vitamin Delta“ (http://www.vitamindelta.de/) ist eine Webseite, die sich mit dem Thema „Vitamin D“ auseinandersetzt. Alle Designer werden mir zustimmen, dass das Layout dieser Seite furchtbar ist und dadurch auf den ersten Blick nicht unbedingt Vertrauen erzeugt. Nichtsdestotrotz ist diese Seite eine der größten Deutschen Webseiten zum Thema „Vitamin D“. Warum? Weil der Content passt. Weil Sie hier alles erfahren, was wichtig ist. Weil der Autor selber Mediziner und in diesem Gebiet erfahren ist. Ich behaupte: Selbst wenn Sie – aufgrund des Designs – sich zuerst von der Seite abwenden, kommen Sie doch irgendwann wieder und merken, dass die Seite doch eine Menge zum Thema sagt und auch vertrauenswürdig ist.

 

P.S.: Kürzlich gab Derek Helpern ein Webinar zum Thema Traffic-Erzeugung im Blog. Angeblich waren ihm kurz vor dem Webinar auf mysteriöse Weise die Präsentationsunterlagen abhanden gekommen. Also hatte er kurz  vor dem Webinar die Powerpoint-Folien neu geschrieben. Das waren reine Textfolien. Und was sagt Derek Halpern im Webinar? Dass das zwar scheiße aussieht, aber es doch auf den großartigen Content ankäme (der sooo großartig gar nicht war ;-))

P.P.S: Ganz nebenbei bemerkt, bin ich sicher, dass Derek Halpern auch weiß, dass seine Aussage Käse ist. Er weiß aber auch, dass man mit solchen markigen Aussagen Traffic erzeugt. Und das ist ihm definitiv gelungen!

So entwickeln Sie eine Content Strategie – Teil 3

Ich bekomme täglich einen Google-Alert zum Suchbegriff „TYPO3“. Was mich immer wieder erheitert, ist, dass bei Updates oder Sicherheitslücken in gefühlten 10.000 Blogs die entsprechende Update- oder Sicherheitsmeldung auftaucht. Immer die gleiche.

Ich verstehe zum Einen, dass man für ein Blog Inhalte braucht. Zum anderen aber ist diese immer gleiche Wiederholung derselben Meldung ein Zeichen dafür, dass vor der Erstellung des Content – und vor dem Start des Blog – möglicherweise nicht genau geschaut wurde, was andere eigentlich so machen.

Ihr Content entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern unterliegt bestimmten Bedingungen.

Zum Einen entsteht Content innerhalb einer Organisation im Widerstreit verschiedener Blickwinkel auf den Content. Der Techniker hat andere Ansprüche an den Content, als das Marketing. Möglicherweise sieht der Vertrieb das wieder ganz anders und das Management sowieso. All diese Abteilungen bzw. Menschen formen den Content und produziert somit ein bestimmtes Endergebnis.

Wenn Sie bereits einen Content Audit durchgeführt haben, wissen Sie auch, wie dieses Ergebnis aussieht. Bei der Analyse finden Sie heraus, wie der Content entstanden ist, bzw. wie er innerhalb Ihres Unternehmens entsteht.

Ihr Content wird beeinflusst von internen und externen Faktoren. Gesprochen habe ich bis hierher von den internen Faktoren.

Da aber auch Ihr Unternehmen nicht für sich alleine ist, sondern sich in einer Umwelt befindet, hat auch diese Umwelt einen Einfluss auf den erzeugten Content. Das sind die externen Faktoren. Dazu zählen:

  1. Die Nutzer, also die Webseitenbesucher. Diese haben bestimmte Erwartungen und Ziele. Sie möchten bspw. Informationen über ein Produkt haben und dieses kaufen. Ihr Content muss diesen Erwartungen entsprechen.
  2. Die Konkurrenz, also die Mitbewerber. Wenn Sie die Webseiten Ihrer Mitbewerber anschauen, bekommen Sie ein Gefühl dafür, welche Inhalte dort wie und in welchen Formaten vermittelt werden. Das bedeutet nicht, dass Sie alles nachmachen, was Sie sehen (das begegnet einem oft: „Die Firma Meier hat das auch. Müssen wir unbedingt haben.“). Sie können diese Informationen bspw. auch dazu verwenden, die Dinge eben etwas anders zu machen, als die Masse.
  3. Einflussnehmer. Das sind jene Leute, die einen Einfluss darauf haben, wie andere Ihr Unternehmen sehen bzw. darüber denken.

Der Prozess in dem man erfährt wie Content entsteht und geformt wird kann – je nach Unternehmensgröße – aufwändig sein. Hier ist vor allem eine Menge Kommunikation nötig, um die notwendigen Informationen zu erheben.

Wenn Sie allerdings wissen, welchen Content Sie haben und wie dieser entsteht, haben Sie die Grundlagen, um mit Ihrer eigentlichen Content Strategie zu starten.

 

 

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